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Das große Schnitzen geht weiter

Das große Schnitzen geht weiter

Die Ortsgemeinde Schönecken setzt sich weiter fürs Brauchtum ein. Für Sonntag 6. November, 14 Uhr, lädt sie schon zum zweiten Mal zum Schnitzen von Runkellaternen ins Gemeindehaus ein.

Schönecken. Brauchtum will gepflegt werden, ansonsten verschwindet es schnell. Wie schnell, zeigte sich im gnadenlosen Verdrängungswettbewerb über die Hoheit der gruseligen Laternenkunst. Ebenso fix, wie sich grinsende Kürbisfratzen seit der Jahrtausendwende als Teil der globalen Halloween-Folklore durchsetzten, verschwanden die in der Eifel bis in die 1980er Jahre verbreiteten Troulichter aus geschnitzten Runkelrüben (siehe Extra). Vor zwei Jahren sagte die Ortsgemeinde Schönecken allerdings dem Vergessen der Rübe den Kampf an und lud kurz vor Halloween 2014 Jung und Alt erstmals zum gemeinsamen Laternenschnitzen ins Gemeindehaus ein. Mit Erfolg: Am Sonntag, 6. November, wird die Aktion zum zweiten Mal wiederholt.
Wie bereits zur Premiere 2014, wird die Gemeinde erneut einen Anhänger voll mit Rüben als Spende zur Verfügung stellen. "Und diesmal kommen sie wieder alle von unserem eigenen Acker, den wir mit Unterstützung der Familie Bastuck im Frühjahr anpflanzen", sagt Ortsbürgermeister Matthias Anthony. Wegen einer schlechten Ernte war man 2015 auf eine große Rübenspende angewiesen.
"Die Ernte war so gut, dass wir einen kleinen Anhänger vollbekommen haben", freut sich Anthony. Zeitlich hat sich die Aktion von Halloween emanzipiert. "Wir sind jetzt wieder näher an St. Martin - zum Umzug sind die Laternen dann noch frisch und knackig."
Junge und alte Besucher müssen nur ihr eigenes Schnitzwerkzeug mitbringen, Runkeln werden von der Ortsgemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. Es wird darum gebeten, dass Kleinkinder von einem Erwachsenen begleitet werden. aff
Das Schönecker Troulichtschnitzen beginnt am Sonntag, 6. November, um 14 Uhr im Gemeindezentrum Forum im Flecken.Extra

Zu Halloween werden aus Kürbissen Laternen mit fiesen Gesichtern geschnitzt - klar. Aber weißt Du, dass bis vor einigen Jahren solche Laternen bei uns kaum bekannt waren? Halloween kommt nämlich eigentlich aus Amerika und ist ein Brauch, der noch vor zwanzig Jahren fast gar nicht bei uns gefeiert wurde. Aber schon vorher gab es in der Eifel die Tradition, im Herbst gruselige Gesichter zu schnitzen - aber nicht aus Kürbissen, sondern aus Runkeln. Das sind ziemlich dicke Rüben, die zwischen dem Allerheiligen-Feiertag am 1. November und dem St.-Martins-Tag am 11. November mit Messer und Löffeln ausgehöhlt werden. Ganz vorsichtig - genauso wie beim Kürbis. Das ist nur etwas schwieriger, weil Runkeln viel fester sind. Die fertigen Laternen - man nennt sie bei uns Troulichter - grinsen aber genauso gruselig wie ihre größeren Kollegen aus Amerika. Weil sie aber viel kleiner sind, können sie auf einen Stock gespießt werden. Mit einer kleinen Kerze drin, sind das ganz tolle Laternen, die man beim St. Martinszug durch die Straßen tragen kann. Andere Leute stellen sie aber auch leuchtend ins Fenster. Dort sollen sie dann böse Geister vertreiben. aff