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Das Junktim vom Rautenberg

Das Junktim vom Rautenberg

BITBURG. Überraschung kurz vor der Bescherung. Der Stadtrat will ein Einkaufszentrum am Rautenberg nur, wenn gleichzeitig in diesem Bereich Baugrundstücke ausgewiesen werden. Zudem möchte ein Investor im Bereich Südschule/Post ein weiteres Einkaufszentrum errichten.

Ein Einkaufszentrum am Rautenberg wird es nur dann geben, wenn auf den bisherigen landwirtschaftlichen Nutzflächen in direkter Nähe Grundstücke für Wohnhäuser entstehen. Dieses Junktim am Rautenberg hat der Stadtrat einstimmig beschlossen. Diese Deutlichkeit der Bedingung für weitere Planungen hat sicher auch damit zu tun, dass dem Beschluss keine langen Beratungen voraus gegangen waren. Denn eigentlich sollte der Tagesordnungspunkt bezüglich des Bauprojekts von der Tagesordnung abgesetzt werden. Aber dafür fand sich nicht die nötige Zweidrittel-Mehrheit. "Chance für die Kernstadt nutzen"

So ließ Bürgermeister Joachim Streit dann auch Pläne für ein Einkaufszentrum im Bereich Postgelände/Südschule aufhängen, da seiner Meinung nach dieses Vorhaben im Zusammenhang mit dem Rautenberg-Zentrum zu sehen sei. Der in der Eifel bereits engagierte Projektentwickler Hans-Josef Rogge hatte sich Gedanken über eine Nutzung des Geländes gemacht und einen Plan für ein großes Einkaufszentrum nebst Parkplätzen im Herzen der Stadt zeichnen lassen. Schule und Post möchte er abreißen, um Platz für Fachmärkte zu schaffen. Rogge nannte im Gespräch mit dem TV den Standort "eine einmalige Chance für die Stadt". Er wolle seine Pläne in nächster Zeit konkretisieren. Mit der Gestaltung des neuen Vorschlags in der Kernstadt waren die Räte nicht zufrieden. Noch weniger froh waren einige Mandatsträger über eine Zeichnung, die ebenfalls an der Stirnseite des Ratssaals zu sehen war, obwohl sie bereits einige Jahre alt ist. Sie zeigt ein Einkaufszentrum im Bereich Rautenberg und darüber hinaus rund 170 Einfamilienhäuser. Diese sind dort eingezeichnet, wo heute Felder und Wiesen bis an die B 51 reichen. Brisanz hat die Zeichnung, weil das überplante Gelände dem Besitzer gehört, der auch die Eigentümer der Flächen ist, auf denen das Einkaufsparadies mit rund 12 000 Quadratmeter Nutzfläche entstehen soll (der TV berichtete). Bisher hatte Otto Freiherr Hiller von Gaertringen aber erklärt, dass das betroffene Areal vorerst nicht für eine städtebauliche Entwicklung zur Verfügung steht. In der Diskussion waren sich Redner verschiedener Fraktionen in einer Sache einig: "Wir müssen klare Rahmenbedingungen vorgeben", sagte beispielsweise Jürgen Weiler (CDU). Marie-Luise Niewodniczanska (FDP) gab zu bedenken, dass mit Rautenberg-Zentrum, Brauerei-Gelände und Postgebäude "drei große Projekte anstehen, die die Stadt für die kommenden Jahre prägen werden". Dafür, sich auf das Postgelände zu konzentrieren, warb Hubert Klein (Grüne). Hermann-Josef Jutz (FBL) forderte die Verwaltung auf, endlich die Entwürfe zu zeigen, die Studenten vor Monaten für den Postplatz erdacht haben. In diese Kerbe schlug auch Winfried Pütz (Liste Streit), der sagte, dass die Stadtratsmitglieder Einzelheiten über die Projekte oft zuerst aus dem TV erfahren. Die Studenten-Entwürfe werden am Dienstag, 24. Januar, der Öffentlichkeit vorgestellt.