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Das Kleinod am Rande des Dorfs

Das Kleinod am Rande des Dorfs

Hilfe für ein Schmuckstück: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Sanierungsarbeiten an der Wasserburg Seinsfeld (Verbandsgemeinde Kyllburg). Auch die Landesdenkmalpflege und die Dorferneuerung des Kreises Bitburg-Prüm haben ihre Unterstützung zugesichert.

Seinsfeld. (dj) Wer sie nicht kennt, fährt einfach an ihr vorbei, nimmt sie nicht einmal wahr. Wer sie schon einmal gesehen hat, ist von ihr fasziniert und versucht, beim Vorbeifahren zumindest einen kurzen Blick auf sie zu erhaschen. Die Rede ist von der Burg Seinsfeld. Etwas versteckt liegt die einzigartige Wasserburg außerhalb des kleinen Orts Seinsfeld in der Verbandsgemeinde Kyllburg. Hohen Besuch hat es in der langen Geschichte der Burg sicherlich schon oft gegeben. Doch während die Grafen und Fürsten früher mit Kutschen ankamen, reiste der letzte hohe Besuch mit dem Auto an - und hatte gute Nachrichten im Gepäck: Ernst Greve, Ortskurator Koblenz/Mittelrhein von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, hat der Eigentümer familie Kalampokis finanzielle Unterstützung für die dringend notwendigen Arbeiten an Dach und Fenstern zugesichert. Die Burg Seinsfeld ist damit eines von bisher über 80 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die mit Hilfe von privaten Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Rheinland-Pfalz gefördert wurden. Und auch die Landesdenkmalpflege und die Dorferneuerung des Eifelkreises Bitburg-Prüm wollen bei der Sanierung der Wasserburg mithelfen. "Dieses Objekt ist es wert", betont Kreisdenkmalpfleger Michael Berens. Um die Burg Seinsfeld ranken sich etliche Sagen und Mythen. Doch die Ursprünge der fast kreisrunden Anlage, die von einem mittlerweile fast trockenen Wassergraben umgeben ist, liegen weitgehend im Dunkeln. Das Alter der Burg lässt sich nicht genau belegen, die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1325. Damals hatte der König Johann von Böhmen sie an den Grafen Arnold von Blankenheim übertragen. Die ältesten datierbaren Teile der Anlage stammen aus dem 15. Jahrhundert. Große Teile der Wasserburg stehen auf Pfählen, die in das frühere Sumpfland eingerammt worden waren.Die Burg wurde als Lehen des Öfteren an andere Adlige vergeben. 1920 kaufte die Familie Leist die Burg. Zu dem Zeitpunkt war die Anlage in einem sehr schlechten Zustand. Doch die neuen Eigentümer richteten die Anlage wieder her. Nach dem Zweiten Weltkrieg war dort ein Erholungsheim für Stadtkinder untergebracht. Mittlerweile ist Burg Seinsfeld in der dritten Generation in Familienbesitz.Da die Wasserburg bislang ausschließlich privat genutzt wird, darf die Anlage nicht besichtigt werden. Ein bisschen könnten die Menschen aus der Region in Zukunft jedoch auch von diesem Kleinod aus dem Mittelalter haben. Im Erdgeschoss der Burg sollen Räume hergerichtet werden, die für Feste gemietet werden können. Eine Entscheidung, die auch Kreisdenkmalpfleger Berens gefällt: "Ich halte es für sehr wichtig, solch ein Haus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen."