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Das Land Rheinland-Pfalz will für das Speicherer Gymnasium bürgen

Land sieht keine Bedenken für Bürgschaft : Geld in der Kasse, Schüler in der Klasse - Land will für Speicherer Gymnasium bürgen

Gute Nachrichten aus Mainz: Das Land will für das Speicherer Gymnasium bürgen. Die Finanzierung sei somit gesichert, heißt es von der Genossenschaft. Und der Unterricht hat auch wieder begonnen – mit Einschränkungen.

Als die Glocke läutet, stellen sich die Schüler in einer Schlange vor den Toiletten auf. Punktgenau landen Füßchen auf gelben Markierungen am Boden. Und dann geht es  der Reihe nach zum Händewaschen und Desinfizieren. „Komm David, nicht trödeln“, ruft Schulleiterin Sonja Ibrahim einem Jungen zu, der seit einigen Minuten die Finger unter den Wasserhahn hält. Dann rückt der nächste nach.

Für die Kinder geht es nach langer Zeit wieder in ihre Klassen. Wochenlang mussten sie wegen des Ausbruchs des Corona-Virus zu Hause bleiben. „Es ist ein bisschen wie am ersten Schultag“, sagt Mathelehrerin Ibrahim: „Einige Schüler sind in freudiger Erwartung, andere eher ängstlich.“ Schließlich bricht ja nicht jeden Tag eine Pandemie aus.

Und auch die Genossenschaft, die das Gymnasium betreibt, hatten auf eigene Art mit Covid-19 zu kämpfen. Denn die Krise stürzte offenbar einige Spender und Sponsoren in finanzielle Nöte. Kredite brachen weg und somit schmolz das Budget der privaten Schule. Weswegen die Genossen das Land bald darum baten, auszuhelfen (der TV berichtete).

Diese Unterstützung in Form einer Bürgschaft der Investitions- und Strukturbank werden die Betreiber nun aller Wahrscheinlichkeit nach bekommen. In einem Schreiben an den Vorsitzenden Alwin Ersfeld erklärt Bildungsministerin Stefanie Hubig, sie habe keine Bedenken diesbezüglich. Wofür Ersfeld Hubig und all den Eifeler Politikern, die sich für die Sache eingesetzt hatten, „sehr dankbar“ sei, wie er sagt: „Im Kreis haben sich alle für uns eingesetzt.“

Durch die Bürgschaft sei nun „die Finanzierung des Schulbetriebs bis September 2021 gesichert.“ Nach Ablauf der Frist wollen die Speicherer ´eine Anerkennung als „Ersatzschule“ erwirken und somit auch Fördergeld des Landes bekommen.

Zunächst gilt es nun aber, den Schulalltag ans Laufen zu bekommen. Oder besser: Das, was an Alltag derzeit, unter Berücksichtigung aller Regeln und Vorgaben des Landes, möglich ist.

Zumindest am ersten Schultag muten die Szenen noch etwas seltsam an. Wenn die Schüler durch die Toiletten ins Gebäude gehen, statt durch die Eingangstür. Wenn sie sich diszipliniert in der Reihe aufstellen, statt wie sonst auf dem Hof zu toben. Und auf den Fluren Masken tragen.

Und auch das Gebäude ist kaum wiederzuerkennen. In den Gängen klebt rot-weißes Flatterband, auf den Böden Markierungsstreifen. Manche Waschbecken sind abgesperrt, sowie enge Durchgänge und Flure. Die Schulbänke stehen meterweit auseinander.

„Es ist alles noch etwas ungewohnt, räumt Schulleiterin Ibrahim daher ein: „Aber: Das muss jetzt klappen.“