"Das Land steht gar nicht gut da"

"Das Land steht gar nicht gut da"

BITBURG. (har) Eine Kurskorrektur in der Finanzpolitik hat Wirtschaftsexperte Rolf Peffekoven in Bitburg gefordert. Das Mitglied im CDU-Kompetenzteam von Christoph Böhr sprach vor rund 150 Mittelständlern in Bitburg.

"Wir haben große wirtschaftliche Probleme im Land." Diese Feststellung habe ihn dazu bewogen, Mitglied im Kompetenzteam von Christoph Böhr (CDU) zu werden, sagte Professor Rolf Peffekoven bei seinem Auftritt im Autohaus Schaal in Bitburg. Im Böhr-Team kümmert sich der Universitätsprofessor um die Bereiche Finanzen und Wirtschaft. Peffekoven, nicht zuletzt als einer der so genannten Wirtschaftsweisen bekannt geworden, rechnete in seiner Rede bei der Podiumsdiskussion "Von den Nachbarn lernen" mit der jetzigen Landesregierung ab. "Mehrfach hat die Landesregierung einen verfassungswidrigen Haushalt verabschiedet", sage Peffekoven. Dagegen zu klagen lohne sich aber nicht. "Der Wahltag ist der richtige Zeitpunkt für eine Quittung dafür", gab er die Losung aus, die bei den mehr als 150 Zuhörern auf viel Zustimmung stieß. Drei Faktoren machte Peffekoven für die schlechte Lage in Deutschland und in Rheinland-Pfalz verantwortlich: Das Bruttinlandsprodukt entwickele sich nur schwach, es gebe eine zu hohe Arbeitslosenquote und dazu seien die Staatsfinanzen in einem desolaten Zustand. Um diesen Zustand zu ändern, müsse auch Rheinland-Pfalz seinen Beitrag leisten. Dabei wolle er helfen. Deshalb stehe er nach einem Sieg der CDU bei der Landtagswahl auch als Minister einer neues Landesregierung zur Verfügung. Peffekoven rechnete vor, dass Rheinland-Pfalz gar nicht so gut dastehe, wie von der Landesregierung immer behauptet. Im Vergleich mit den Flächenländern in Westdeutschland liege das Land in vielen Bereichen weit hinten. Auch an 1-Euro-Jobs ließ er kein gutes Haar. Seiner Meinung nach seien diese Aushilfsarbeiten Jobkiller für den Ersten Arbeitsmarkt. Auch der Kombilohn trage auf Dauer nicht dazu bei, die Probleme mit der Arbeitslosigkeit zu beheben. Zudem bedauerte der Wirtschaftsexperte, dass die Steuerpläne seines Kollegen Paul Kirchhof so schlecht geredet worden seien. Im zweiten Teil der Veranstaltung der CDU-Mittelstandvereinigung antworteten neben Peffekoven Tom Wirion (Geschäftsführer der Handelskammer Luxemburg), Wirtschaftsprüfer Peter Barz und CDU-Landtagskandidat Michael Billen auf die Fragen der Zuhörer. Dabei machte Billen, im Kompetenzteam Böhrs für den Bereich Landwirtschaft zuständig, deutlich, dass der ländliche Raum die fliegerische Nutzung des Flugplatzes Bitburg brauche. Auch müsse es Ziel sein, weitere Jobs für Hochqualifizierte auf dem Land zu schaffen.