Das lange Warten auf die neue Straße

Feusdorf · Feusdorf wird mindestens weitere acht Jahre auf die Sanierung seiner Ortsdurchfahrt warten müssen. Der Kreis hat das Projekt verschoben, weil Fördermittel fehlen. Es kommt zwar eine neue Teerdecke, die Enttäuschung ist aber dennoch groß.

 Katastrophaler Zustand: Tiefe Risse und Schlaglöcher prägen noch das Bild der Feusdorfer Ortsdurchfahrt. TV-Foto: Frank Auffenberg

Katastrophaler Zustand: Tiefe Risse und Schlaglöcher prägen noch das Bild der Feusdorfer Ortsdurchfahrt. TV-Foto: Frank Auffenberg

Feusdorf. Tiefe Risse durchfurchen die Fahrbahndecke der K 70 in der Ortsdurchfahrt Feusdorf. Schlaglöcher klaffen im Abstand von wenigen Metern in der Straße. Hinzu kommen jede Menge geflickter Stellen.
Ab kommenden Montag, 27. Oktober, rücken nun die von vielen Anwohnern herbeigesehnten schweren Geräte an, um die Hauptstraße auf 700 Metern in Schuss zu bringen. Allerdings nicht für den bereits angekündigten und erhofften Komplettausbau (der TV berichtete), sondern nur, um eine vier Zentimeter dicke Teerschicht aufzubringen. Zwei Wochen werden die Arbeiten dauern. Die Straße muss bis voraussichtlich Samstag, 8. November, voll gesperrt werden.
Feusdorfs Gemeindechef Franz-Josef Hilgers ist enttäuscht und blickt skeptisch auf das Vorhaben. "Der Gemeinderat hat der nun bevorstehenden Deckensanierung nicht zugestimmt", betont er. Stattdessen hat der Rat auf die seit 2009 laufenden Planungen für den Neubau der K 70 und die damit bereits investierten Ausgaben verwiesen. Vor einem Jahr hat der Landesbetrieb Mobilität Gerolstein (LBM) das Vorhaben bei einer Bürgerversammlung vorgestellt.
Komplettausbau verschoben



Die Planungen sehen eine komplette Sanierung der Fahrbahndecke vor, den Aufbau neuer Querungshilfen und einer Mittelinsel zur Verkehrsberuhigung am Ortsausgang in Richtung Jünkerath. Die Kreuzung Hauptstraße/Auf dem Faller/Am Seewinkel soll komplett neu gestaltet werden. Für die Modernisierung rechnete der LBM mit 1,4 Millionen Euro Baukosten. Voraussichtlich 2018 könnten die Arbeiten beginnen, sofern das Land nicht die Straßenbaufördermittel des Kreises kürze, merkte Franz-Josef Hilgers damals in der Bürgerversammlung an. Genau das ist zum Leidwesen des Feusdorfer Rats nun aber passiert.
Die Verwaltung des Vulkaneifelkreises hat mitgeteilt, dass der geplante Ausbau bis zum Jahr 2022 sogar auf 2024 verschoben werden könnte. Dem Kreis Vulkaneifel seien die Mittel drastisch reduziert worden, teilt das Kreispresseamt mit - von bisher etwa zwei Millionen auf jetzt 1,25 Millionen Euro.
"Obwohl die Planungen für den Ausbau soweit abgeschlossen und Grundstücksfragen geklärt waren, war der Kreis von seiner Entscheidung nicht mehr abzubringen. Dabei hatten wir schon fast das Baurecht", sagt Hilgers. Alle Besitzer von Grundstücken, die vom Kreis für den Ausbau gekauft werden mussten, waren einverstanden. "Wie das in zehn Jahren aussieht, wissen wir natürlich nicht", sagt er.
Hilgers glaubt, dass der desolate Zustand der Straße durch die nun anstehenden Arbeiten nur für kurze Zeit verbessert werde, "da der Schwerlastverkehr die neue, dünne Teerdecke wieder schnell beschädigen wird." Die bisherigen Löcher kämen vermutlich schnell wieder zum Vorschein, schließlich werde tatsächlich nur eine Teerschicht auf die kaputte Straße aufgetragen. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Löcher wieder auftauchen." Ob sich der Arbeits- und Kostenaufwand lohne, sei also ungewiss. "Man rechnet mit etwa 80 000 Euro", sagt er.
Die Skepsis zur Haltbarkeit der neuen Decke wird in der Kreisverwaltung nicht geteilt. Der Kreis geht von einer Haltbarkeit von acht bis zehn Jahren aus. Die jetzt kommende Deckenerneuerung sei aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig, teilt der Kreis mit. Die Fahrbahn der K 70 weise innerhalb der Ortslage Feusdorf ganzflächige Schäden auf, die im hohen Maße die Sicherheit gefährde. Zu den Kosten der späteren Deckenentsorgung könne jetzt keine Schätzung abgegeben werden, teilt das Presseamt auf TV-Anfrage mit. Wie hoch sie seien, stehe erst nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens zum Ausbau fest.
Der Rat und viele Feusdorfer seien enttäuscht über die Verschiebung und die nun kommende Lösung, sagt Hilgers. "Zumal uns auch niemand erklären konnte, was ausschlaggebend dafür war, dass unser und nicht etwa ein anderes Projekt verschoben wird."
Während der Bauarbeiten an der K 70 wird die Ortsdurchfahrt Feusdorf gesperrt. Eine Umleitung wird bei Jünkerath über Esch, bis Feusdorf und umgekehrt, ausgeschildert.