Das Leck liegt noch im Verborgenen

Seitdem im Oktober vergangenen Jahres das Austreten von Silage-Flüssigkeit aus einer Biogas-Anlage in Altscheid festgestellt wurde, arbeiten Betreiber, Errichter und Behörden an einer Lösung des Problems. Nach Auskunft der Kreisverwaltung wird der größte Teil des Sickerwassers mittlerweile aufgefangen. Doch bis die eigentliche Ursache gefunden ist, wird es noch dauern.

Um das Leck im Fahrsilo der Altscheider Biogas-Anlage zu finden, muss erst der Inhalt verarbeitet werden. TV-Foto: Uwe Hentschel

Altscheid. Viele Experten, Gutachter und Sachbearbeiter waren mittlerweile vor Ort, haben geprüft, beraten und nicht zuletzt auch Vermutungen geäußert. Denn dass aus einer erst im vergangenen Jahr errichteten Biogas-Anlage in Altscheid Silage-Flüssigkeit in den nahen Urbach fließt, daran gibt es keinen Zweifel. Wo genau dieser unerwünschte Saft jedoch austritt, ist auch fast drei Monate nach Bekanntwerden des Zwischenfalls noch nicht geklärt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass es in dem riesigen Fahrsilo irgendwo eine undichte Stelle gibt. Um diese zu finden, muss allerdings zunächst der Inhalt verarbeitet werden. Und das wird noch einige Zeit dauern."Es ist nun mal passiert, und es tut uns auch leid, aber ändern können wir es nicht", sagt Andreas Metz, einer der beiden Anlagen-Betreiber. Es werde versucht, den Mais so schnell wie möglich zu verfüttern, sagt er, "und wir müssen eine Lösung finden, wie wir zeitnah an die Fahrsilos herankommen." Da diese allerdings erst im vergangenen Herbst komplett gefüllt wurden und die Silage als Futtergrundlage für ein ganzes Jahr dient, werde des aufgrund der begrenzten Kapazitäten der Biogas-Anlage noch einige Monate dauern.Sämtliche Fische sind tot

"Es wird an einem Sanierungskonzept gearbeitet, doch das ist noch nicht in trockenen Tüchern", sagt Rudolf Müller von der Eifelkreisverwaltung Bitburg-Prüm. Die bisherigen Maßnahmen — das Verlegen einer Drainageleitung um die gesamte Anlage — hätten dazu geführt, dass ein Großteil der Sickersäfte in einen Auffangbehälter fließe, sagt Müller, der Rest aber laufe weiterhin in den Urbach, der ein Stück flussabwärts in den Echtersbach mündet. "Es ist nicht viel, aber zuviel", sagt der Mitarbeiter der Behörde und fügt hinzu, dass in den kommenden Tagen definitiv geklärt werde solle, wie man möglichst schnell an die Ursache des Problems komme.Über die Ursache kann auch der Wiersdorfer Dieter Müller, Pächter einer der beiden Weiher-Anlagen unterhalb der Biogas-Anlage, nur spekulieren. Was die Folgen betrifft, so gibt es wenig Deutungsspielraum. Der ganze Fischbestand in seinem Weiher ist verendet, und der Inhalt der Becken wurde zwischenzeitlich unter Aufsicht kontrolliert in den Echtersbach abgelassen. Der ihm entstandene Schaden sei zwar relativ schnell und unkompliziert von der Versicherung ersetzt worden, sagt der Pächter, doch es ärgere ihn, dass das Problem noch immer nicht behoben sei. Der Sammelbehälter, in den das Sickerwasser abfließt, ist seiner Auffassung nach gar nicht in der Lage, die großen Mengen aufzufangen.Inwieweit der Silage-Saft nachhaltige Folgen für den Echtersbach und den Gewässerlehrpfad haben wird, könne derzeit noch nicht gesagt werden, sagt Kreisfischereiberater Günter Schneider, "doch oberhalb der Teichanlage ist der Bach bis auf weiteres ein Totalschaden". Der Standort der Biogas-Anlage in unmittelbarer Nähe eines Baches sei ohnehin sehr unglücklich gewählt, erklärt Schneider. Schließlich habe es in der Vergangenheit auch bei anderen Biogas-Anlagen Probleme gegeben, weil dort Sickersäfte in nahe liegende Gewässer gelaufen seien.