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"Das machen wir jetzt Zug um Zug"

"Das machen wir jetzt Zug um Zug"

PRÜM/ST. VITH. Austausch über Grenzen: Die Prümer Polizei-Inspektion (PI) und die Kollegen der Polizeizone Eifel im belgischen St. Vith verstärken die Zusammenarbeit. Start war vorige Woche mit ersten gegenseitigen Besuchen.

Ortsmitte Bleialf vor gut zwei Wochen: Fünf Rumänen werden von einer Sondereinheit der deutschen Polizei beim versuchten Überfall auf die Raiffeisenbank gestoppt (der TV berichtete). Die Bande rast mit zerschossenen Reifen hinüber nach Belgien. Bereits am Abend schnappen deutsche und belgische Polizisten nach gemeinsamer Großfahndung die ersten beiden Verdächtigen, tags darauf die drei anderen. "Die reden alle platt!"

Ganz klar ein Erfolg der von keiner Zuständigkeits-Bürokratie gebremsten deutsch-belgischen Zusammenarbeit: "Das hat super geklappt", sagt der Prümer PI-Chef Josef Junk. "Das Schönste war: Wir haben mit den Kollegen einen Einsatz gefahren, als wenn wir eine Polizei wären. Und noch schöner: Die reden alle platt!" Kurz: Das Verständnis könnte schon jetzt kaum besser sein. Das bestätigt auch der Leiter der (belgischen) Polizeizone Eifel in St. Vith, Daniel Keutgen: "Ich hatte an dem Tag eigentlich frei und war zu Hause. Aber schon der zweite Anruf kam von Josef Junk, der mich über die Lage informierte." Bleialf war nicht der erste gemeinsame Einsatz: Wenige Wochen zuvor nahmen die Kollegen dies- und jenseits der Grenze koordinierte Drogenkontrollen vor (der TV berichtete). Jetzt wird die Zusammenarbeit noch weiter intensiviert: durch ein Hospitationsprogramm. Keutgens St. Vither Kollege (und Chef der Einsatz-Gruppe) Manfred Reinartz betont allerdings, dass dies bereits lange vor Bleialf geplant war. Der Austausch gehe auf ein Treffen im vorigen Oktober zurück, an dem Beamte aus Luxemburg, Belgien, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen teilnahmen. Vorige Woche besuchte der Prümer Hauptkommissar Gerhard Kauth zwei Tage lang die St. Vither, sein dortiger Kollege Norbert Peters ging mit dem Prümer Peter Schmidt auf Streife. "Wir bilden ein gemeinsames Team", sagt Schmidt. Beide waren auch an der Fahndung nach den verhinderten Bankräubern beteiligt. "Sehr unkompliziert" sei das gelaufen, sagt Schmidt. "Da kann man den Kollegen in Belgien nur ein Lob aussprechen." Peters gibt das Kompliment zurück. Und ergänzt: "Die Mentalitäten ähneln sich doch sehr - und wir haben eine Sprache, die uns verbindet." Und ja - "mir schwätzen och platt". "Wir erfinden damit das Rad nicht neu", sagt Daniel Keutgen, das gab's schon vorher. Aber wir sind sehr froh, dass wir das jetzt so intensiv machen." Das führt auch zu einem deutlich verstärkten Austausch auf elektronischem Weg: "Wir kriegen jetzt viel mehr E-Mails", sagt Keutgen und lacht. "Wir wollen das jetzt Zug um Zug weiterführen", sagt der Prümer PI-Leiter Josef Junk. "Meine Vorstellung ist, dass irgendwann alle Kollegen von Schutz- und Kriminalpolizei das einmal gemacht haben."