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"Das macht einfach keinen Spaß mehr"

"Das macht einfach keinen Spaß mehr"

Dass der Umzug der Tourist-Information auf das Brauerei-Gelände im VG-Rat Bitburg-Land nicht nur Befürworter hat, dessen war sich Geschäftsführer Frank Schaal durchaus bewusst. Dass das Projekt aber letztlich an den Mehrkosten scheitert, ist für ihn nicht nachvollziehbar.

Bitburg. Auch einen Tag danach "ist der Adrenalinspiegel immer noch hoch". Für Frank Schaal, Geschäftsführer der Tourist-Information Bitburger und Speicherer Land, war die jüngste Ratssitzung der Verbandsgemeinde (VG) Bitburg-Land "die größte Katastrophe, die ich in meinen 13 Jahren hier erlebt habe". Mit 17 Stimmen dagegen und nur elf Stimmen dafür hat der VG-Rat Bitburg-Land den Umzug der Tourist-Geschäftsstelle vom derzeitigen, abgelegenen Standort "Im Graben" auf das strategisch bessere Brauereigelände abgelehnt (der TV berichtete). Gescheitert ist das Projekt, dem der VG-Rat im April 2007 grundsätzlich bereits zugestimmt hatte, offensichtlich an den laufenden Kosten, die laut Beschlussvorlage für die VG pro Jahr zwischen 15 000 und 30 000 Euro höher wären als ursprünglich geplant.

"Wir hätten an dem neuen Standort definitiv deutlich höhere Erlöse gehabt als jetzt", sagt Schaal, so dass die Mehrkosten größtenteils, wenn nicht sogar annähernd komplett, ausgeglichen worden wären. "Seit anderthalb Jahren kämpfen wir um das Projekt", sagt der Tourist-Chef, und "wenn man dann so viele Leute an sich vorbeiziehen lässt, dann ist das für uns ein Supergau."

Dass aus dem Standortwechsel doch noch etwas werden könne, glaube er nicht, sagt Schaal. "Die Sache ist gelaufen, der Umzug ist tot", zieht er verbittert ein Fazit. "Für uns heißt das, dass wir weiterhin ,Im Graben' bleiben", fügt er hinzu, auch wenn von der Entscheidung des VG-Rats die Stadt Bitburg, mit deren Bürgermeister Joachim Streit er bereits gesprochen habe, alles andere als begeistert sei. Gleiches gelte auch für die Brauerei. "So etwas", sagt Schaal, "macht einfach keinen Spaß mehr." EXTRA Reaktionen: "Der Umzug der Tourist-Info ins Foyer der Stadthalle wäre für Beherbergungsbetriebe außerhalb von Bitburg ein großer Gewinn gewesen", sagt Bitburgs Stadt-Chef Joachim Streit, der vom Beschluss des VG-Rats überrascht ist. Streit: "Das hätte ja auch das Signal dafür sein können, dass die Tourist-Info Feriengebiet Bitburger Land auch die Verbandsgemeinden Irrel und Kyllburg mit aufnimmt." Am Zweckverband Feriengebiet Bitburger Land, der hinter der Tourist-Info steht, sind zu je 48 Prozent die Stadt Bitburg und die VG Bitburg-Land beteiligt. Vier Prozent entfallen auf die VG Speicher. Für die sagt VG-Chef Rudolf Becker: "Wir machen alles mit. Mit unseren vier Prozent können wir den Zweckverband ohnehin nicht lenken und sind froh, dass wir bisher gut betreut wurden." (scho)