Das Motto lautet "Siegen durch Nachgeben"

Das Motto lautet "Siegen durch Nachgeben"

Rheinlandmeisterin, südwest-deutsche U-14-Vizemeisterin und Teilnehmerin der deutschen U-17- Meisterschaft: Sarah Hockertz ist das vielversprechende Talent in der Judoabteilung des Turnvereins Bitburg. Dabei ist sie gerade einmal 14 Jahre alt.

Bitburg. Nach den Farben ihrer Gürtel geordnet stellen sich die Judoka gegenüber ihrer Trainerin am Rand der Matte auf. Die Matte heißt im Japanischen "Tatami". Sie beginnen ihr Training mit einem Begrüßungsritual.

"Das ist beim Judo immer so", erklärt Martina Knauf, eine der Übungsleiterinnen des Turnvereins Bitburg. "Man wird aufgefordert, die Augen zu schließen, sich zu konzentrieren, sie wieder zu öffnen und sich aus Respekt vor dem Trainer zu verbeugen."

Auch der Respekt vorm Gegner spielt beim Judo eine wichtige Rolle. "Es geht beim Judo nicht darum, dem Gegner wehzutun, sondern ihm gegenüber Respekt zu zeigen", bestätigt Sarah Hockertz, die bereits als Siebenjährige mit dem Sport angefangen hat und gemeinsam mit Mädchen, Jungen, Frauen und Männern im Turnverein Bitburg Judo trainiert.

Nach der Begrüßung beginnt das Aufwärmen, um die Muskeln zu lockern. Sind die Aufwärmübungen beendet, folgt die Fallschule, bei der das richtige Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsfallen trainiert wird. Denn das muss man können, um sich nicht zu verletzen.

Auch verschiedene Stand- und Haltetechniken, "Hebel" und "Würger" üben die Judoka im Training. Je nach Grad der Ausbildung werden andere Techniken gelernt. Dabei entscheidet die Farbe der Gürtel, welchen technischen Stand ein Judoka erreicht hat. Von weiß über weiß-gelb, gelb, gelb-orange, orange, orange-grün, grün, blau und braun können die Schüler bis zu schwarz, dem Zeichen der Meister, gelangen.

"Als Judoka benötigt man sehr viel Technik, Kraft, Koordination und Gewandtheit", weiß Martina Knauf. Neben dem körperlichen gibt es auch ein mentales Training, an dessen Ende die Judoka das Gelernte beim Randori, einer Art Übungskampf, einsetzen. Judo, das kommt übrigens von "ju", (auf deutsch: Siegen durch Nachgeben) und "do", das heißt, immer auf dem Weg seiner Ausbildung, immer ein Lernender sein.

Am Samstag, 2. April, gibt es von 10 bis 16 Uhr im St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg einen Lehrgang mit dem Olympiasieger und ehemaligen Bundestrainer, Frank Wieneke. Interessierte können sich in der Geschäftstelle des Turnvereins Bitburg melden. Telefon: 06561/5711, E-Mail: info@tv-bitburg.de

EXTRA DREI FRAGEN AN SARAH HOCKERTZ



Wie bist du zum Judo gekommen? Sarah Hockertz: "Ich habe mit dem Judo angefangen, weil meine Mutter meinte, dass es gut für mich wäre, wenn ich Selbstverteidigung lernen würde." Was war dein bisher größter Erfolg? Sarah Hockertz: "Dadurch, dass ich mich bei den Rheinlandmeisterschaften qualifiziert habe, bin ich südwestdeutsche U-14-Vizemeisterin 2010 geworden und habe mich damit für die deutsche Meisterschaft qualifiziert." Was ist denn dein Erfolgsrezept? Sarah Hockertz: "Das ist ganz einfach: Spaß. Es ist eine schöne Sportart, weil man viel Technik einbringen kann und Respekt gegenüber dem Gegner hat."