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Das Nummernschild der letzten Tapferen

Das Nummernschild der letzten Tapferen

Die nächste Kommunalreform kommt (der TV berichtete). Aber auch 40 Jahre nach der ersten von 1970/1971 und der Gründung des Kreises Bitburg-Prüm gibt es sie noch: die Fahrzeuge mit dem PRÜ-Kennzeichen. Eines davon gehört Familie Schaus in Waxweiler.

Prüm/Waxweiler. Wer weiß, was die nächste Kommunalreform der Eifel und ihren Bürgern noch so alles bringt. Sollten sich, zum Beispiel, einige Gemeinden von der Oberen Kyll zum Wechsel in die Verbandsgemeinde (VG) Prüm entschließen, dann wäre die neue Kommune schon fast so groß wie das, was dann noch vom Vulkaneifelkreis übrig bleibt. Und die gewachsene VG könnte beinah wieder einen eigenen Landkreis aufmachen.

Die Halter von rund 600 Fahrzeugen im 1970 aufgelösten Altkreis Prüm jedenfalls wären dafür gerüstet: Ihre PKW, Laster oder Landmaschinen tragen noch stolz das längst historische Kennzeichen PRÜ. Das gilt auch für den VW Käfer von Familie Schaus in Waxweiler, einen von nur noch sieben gemeldeten Personen-Kraftwagen mit dem alten Kennzeichen: "Baujahr ‘68, diamantblau, noch im Originalzustand", sagt Irmburg Schaus mit hörbarer Freude am alten Gefährt(en).

"Unser Superkäfer. Mit Blümchen in der Vase, die mir mein Mann an der Bude auf der Lambertsberger Kirmes geschossen hat." Diese Blümchen jedenfalls welken nicht - wie auch die Liebe von Irmburg und Franz-Josef Schaus zu ihrem Käfer. Den Wagen haben die beiden vom Erstbesitzer aus Lünebach zurückerworben: "Wir haben ihm den auch verkauft, wir hatten ja in früheren Zeiten eine VW-Werkstatt in Waxweiler."

Dann habe man das gute Stück generalüberholt und sei es weitergefahren. "Und seitdem geht der alle zwei Jahre brav über den Tüv." Bei gutem Wetter werden damit Ausflüge gemacht - zum Beispiel zum "Krabbeli-Treffen" in Luxemburg: Dort wird der Käfer nämlich so genannt. Einzige Einschränkung beim Spaß mit dem PRÜ-Brummer: "Im Regen darf er nicht so lange stehen", sagt Irmburg Schaus. "Die Dichtungen an den Fenstern sind nicht mehr so gut." Der Wagen sei übrigens genau so alt wie die Schaus-Tochter Judith. Hat die bereits Erbansprüche darauf geltend gemacht? "Nein - eher die Enkel", sagt Irmburg Schaus. "Die sind hellauf begeistert davon." Extra Lieber PRÜ als BIT: Fahrzeuge mit dem PRÜ-Kennzeichen sind seit 40 Jahren ununterbrochen angemeldet gewesen, deshalb mussten die Halter nicht zum BIT-Schild wechseln. Damals wurde bei der ersten Kommunalreform der Landkreis Bitburg-Prüm gegründet (2007 in "Eifelkreis Bitburg-Prüm" umgetauft). Der alte Kreis Prüm umfasste die Fläche der heutigen Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld, außerdem gehörten dazu: Hallschlag, Scheid, Ormont, Reuth, Kerschenbach, Schüller, Stadtkyll, Auel und Steffeln an der Oberen Kyll sowie Birresborn, Densborn, Duppach, Kopp, Mürlenbach und Oos in der heutigen VG Gerolstein, die nach der Reform 1970/1971 zum Kreis Daun kamen. Neben dem Käfer von Familie Schaus sind weitere 603 Fahrzeuge mit dem alten Kennzeichen unterwegs, teilt die Zulassungsstelle des Kreises in Bitburg mit. Registriert seien noch sieben Autos, sechs Krafträder, acht Sonderfahrzeuge, 17 Anhänger und 558 landwirtschaftliche Zugmaschinen. (fpl)