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Das Parkhaus kriegt ’nen Deckel

Das Parkhaus kriegt ’nen Deckel

Der Stadtrat Prüm hat den Bebauungsplan für die Teichstraße geändert, damit auf der Großgarage ein Seniorenheim entstehen kann.

Prüm Vielleicht ist es ja die drückende Hitze im Saal, trotz offener Fenster: Gegen Ende der Stadtratssitzung am Donnerstagabend ereignet sich ein kleines Verbalscharmützel zwischen Markus Fischbach (SPD) und Harald Valentin (CDU), das dann aber doch ganz knapp gut ausgeht.Bis dahin herrscht Einigkeit bei allem, was auf die Tagesordnung kommt: Zum Beispiel über das Vorhaben, auf dem Parkhauskasten in der Teichstraße ein Senioren- und Pflegezentrum zu bauen (der TV berichtete). Etwa 110 Apartments sollen entstehen, zwischen 23 und 25 Quadratmeter groß, auf zwei Etagen, mit Innenhof und gesamter Infrastruktur drumherum.Dafür sind Andy Heuser vom Städteplanerbüro Karst, Ingenieure aus Nörtershausen (Kreis Mayen-Koblenz) und Carsten Herges (Haid Architekten, Bad Neuenahr) angereist. Denn es hat sich ergeben, dass die Planer möglicherweise ein bisschen mehr Bauhöhe brauchen. Um 50 Zentimeter geht es - die man aber nur ausnutzen werde, wenn es am Ende nötig sei, sagt Herges. Die Änderung geht einstimmig durch. Die Städteplaner werden nun alles vorbereiten, damit im Herbst Baurecht geschaffen werden kann. Beginn: Entweder noch Ende des Jahres oder im Frühjahr 2018.Die Sache ist komplex: Der Investor Werner Schilcher, der die Fläche auf dem Parkhaus für eine sechsstellige Summe von der Stadt kaufte, sitzt in Markt Indersdorf bei München. In Prüm gründete er bereits eine "Pflege-Immobilien GmbH", ein Generalunternehmer wird das Heim bauen - und dann ein weiteres Unternehmen einsteigen, um es zu betreiben. Wer das jeweils ist, steht noch nicht fest.Baustellen, das Thema dieser Sitzung: wie der Kreisverkehr, der an der Kreuzung von Bahnhofstraße und Kreuzerweg entstehen und das bisherige Provisorium ersetzen soll. Markus Jaax vom Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein stellt die Planung vor, die unter anderem einen neuen Kreisel-Arm als Zufahrt für den Rewe-Markt vorsieht der diesen Anteil auch bezahlen wird. Gesamtkosten: 350 000 Euro, von denen etwa ein Drittel auf die Stadt enfällt.Einstimmig beschlossen wird auch der Ausbau der Oberbergstraße für 800 000 Euro, zumal, wie die Stadtchefin sagt, man diesen bereits bei einem "sehr freundlich" verlaufenen Bürgergespräch vorgestellt und besprochen habe. Das Problem, in Prüm keine Überraschung: Parkplätze. Und die Enge, wenn an einer Seite alles zusteht und, sagt Jaax, die Müllabfuhr und andere Großfahrzeuge durchmüssen. Ergebnis: Man wird die Straße etwas breiter machen und die Parkflächen auf beiden Seiten im Wechsel anlegen - auch wenn Peter Wind (parteiloses Mitglied der CDU-Fraktion) dabei befürchtet, dass der Verkehr "sich total beruhigt", wenn dort künftig links und rechts Autos stehen dürfen. Das sei aber kein Problem, halten ihm Jaax und die Bürgermeisterin entgegen - denn es werden erstens nur neun Parkflächen sein. Und zweitens ist eben die Straße dann breiter als jetzt - 5,20 Meter statt nur fünf.Auch der geplante Ausbau des Schneifelwegs ist Thema - aber nur kurz: Einstimmig beschließen die Fraktionen, ihn ins kommende Jahr zu schieben. Ganz einfach, weil es zurzeit - siehe Hahnplatz - schon genug Bautätigkeit in der Stadt gebe.Mit großer Zustimmung aus dem gesamten Rat wird auch Jochen Pauls, der Leiter des Hauses der Jugend, nach seinem Jahresbericht in den Feierabend geschickt. "Wir hören wenig voneinander" sagt Mathilde Weinandy. "Das ist ein gutes Zeichen. Weil es läuft."Besser laufen soll auch der Öffentliche Personen-Nahverkehr: In der Kreisverwaltung wird derzeit an einem neuen Konzept dafür gestrickt. Die Kommunen können Anregungen und Vorschläge machen. Darum hat sich die SPD im Stadtrat gekümmert: Markus Fischbach erläutert, was man sich da unter anderem vorstellen könne: einen Pendelverkehr zur Grenzlandschau, Sonderbussse an den Prümer-Sommer-Abenden, Fahrten zu den Industriestandorten rund um Prüm oder auch nach St. Vith.Harald Valentin aus dem Stadtteil Weinsfeld interessieren diese Vorschläge "relativ wenig". Bevor man "irgendwelche Partybusse" einsetze, solle man lieber schauen, dass die Bürger aus den Stadtteilen ebenfalls eine bessere Anbindung erhielten."Ich merke, der Antrag ist so nicht gewünscht", retourniert Fischbach, spürbar angefressen. Dabei solle dieser doch nur ein Anstoß sein - und offen für weitere Ideen. Herbert Berens-Knauf (CDU) springt Fischbach bei - die Grundidee sei doch positiv. Und die Bürgermeisterin schlägt vor, weitere Vorschläge zu sammeln und "im Gespräch mit der Kreisverwaltung zu bleiben". Da sind dann doch alle wieder dafür. Grade nochmal gutgegangen.KommentarMeinung

UnnötigDer kurze Zoff, der sich am Ende der Sitzung wegen der SPD-Vorschläge für neue Buslinien entwickelte, ist überhaupt nicht zu gebrauchen. Deswegen war es gut, dass man wieder in die gemeinsame Spur kam: Es geht darum, etwas für die Bürger der Stadt und des Umlands rauszuholen. Und das geht am besten mit einer Stimme. f .linden@volksfreund.de