Das passt doch nicht

Zum Bericht "Die Weichen stehen auf Gleisabbau" (TV vom 13. Dezember):

Die Entscheidung der Prümer Stadtväter hat nun wirklich keinen überrascht, denn der Fahrradweg war von Anfang an das bevorzugte Mittel der Wahl. Eine Eisenbahn nach Prüm — das passt doch nicht.Im Zuge der politischen Entscheidungsfindung wurden viele Klimmzüge unternommen, um die Bevölkerung glauben zu machen, man bemühe sich intensiv um eine allseits verträgliche Lösung, wenn auch die Verhandlungen stets vom öffentlichen Auge unbemerkt verliefen. Hätte es nicht den Zwist im Gerolsteiner Stadtrat gegeben, dann wäre die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Hätte ein wirkliches Interesse an einer Bahnverbindung bestanden, dann hätte man Angebote verschiedener Eisenbahnunternehmen geprüft und abgewogen, welche am günstigsten sind. Bei nur einem Anbieter kann leicht der Preis diktiert werden.Jetzt, wo die Entscheidung da ist, hört man überall: "Das hätten wir aber nicht gemacht, Bahn und Radweg nebeneinander wäre doch viel besser!" Warum bitte hat niemand Farbe bekannt, als es um die Entscheidungsfindung ging? Dort ging es frei nach dem Motto: "Das machen schon andere". Damit haben sich die Leute entlang der Strecke und in der Eifel selbst geschnitten, denn sie lassen sich zum einen um ein Kulturgut bringen und zum anderen um ein Stück wertvolle volkswirtschaftliche Infrastruktur. Das schöne neue "Einkaufszentrum am Bahnhof" in Prüm sollte man, wenn man konsequent die Bahn aus Prüm vertreiben will, also in Zukunft "Einkaufszentrum zum Tretesel" nennen. Eine neue Einzigartigkeit wird der Radweg auf jeden Fall: Nirgends gibt es einen Radweg, der derart in der Pampa verläuft ohne schöne Sehenswürdigkeiten oder Rastmöglichkeiten. Es sei denn, man fährt auf den Landstraßen in die Dörfer — aber das soll ja nicht sein und der Profit an den Anrainergemeinden vorbei gehen. Kurz und gut: In Prüm passt einiges nicht! Die Stadt Bitburg hat lobenswerter Weise die Zeichen der Zeit erkannt und die Bahn zur Stadt erhalten. So gering die Entfernung der beiden Kreisstädte ist, so gegensätzlich ist das Gedankengut, wenn es darum geht, zukunftsorientiert zu denken.Dirk Thome, Birresborn BAHNTRASSE