Das Problem: Viele fahren oben ohne

Das Problem: Viele fahren oben ohne

Die Zweiradsaison hat begonnen. Auch auf den Straßen im Altkreis Bitburg sind wieder viele Motorradfahrer unterwegs. Kein ungefährlicher Spaß: In den vergangenen Jahren sind nach Auskunft der Polizei Bitburg rund 200 Motorrad-, Moped- und Rollerfahrer verunglückt. Die Helmpflicht wird von vielen missachtet.

Bitburg. Verdammt. Das war knapp. Mit gefühlten 200 Sachen kommt ein Motorradfahrer durch die Kurve geflogen. Das Knie auf der Straße, hängt er mit seiner Maschine auf der Gegenfahrbahn. Gerade noch rechtzeitig vor dem Gegenverkehr zieht er rein. Ein waghalsiges Manöver, das nicht immer gut geht.
Die Polizeiinspektion (PI) Bitburg verbucht bereits jetzt zehn Zweirad-Unfälle in ihrem Bereich - zu dem neben der Stadt Bitburg und der Verbandsgemeinde (VG) Bitburg-Land auch die VG Speicher, Irrel, Kyllburg und Neuerburg gehören. Die Saison hat wegen des schönen Wetters bereits früh angefangen. "Häufig sind überhöhte Geschwindigkeit, Leichtsinn oder das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten die Gründe für Unfälle der Motorradfahrer, die teils mit schweren Verletzungen enden", sagt Wolfgang Zenner von der PI Bitburg. Hinzu kommt: Das Verletzungsrisiko ist für den Zweiradfahrer bei einem Zusammenstoß mit einem Auto höher.
Verletzungsrisiko ist höher


Im März verunglückte ein Quad-Fahrer in Kyllburg mit seinem Sohn, als er einen Hang hinauffahren wollte. Das umgefallene, schwere Quad verletzte Fahrer und Sozius. Ende Januar erlag ein 38-jähriger Motorradfahrer seinen tödlichen Verletzungen. Er hatte auf der B 257 bei Irrel mehrere Autos überholt, war dabei ins Schleudern geraten und schwer gestürzt. Ein 72-jähriger Motorradfahrer kam im März auf der L 40 zwischen Irrel und Eisenach bei einem Unfall ums Leben. Wegen ihrer vielen Kurven ist die Eifel unter Motorradfahrern ein beliebtes Tourenziel. Das Motorrad-Onlineportal Bikerszene kürte die Eifel als zweitschönste Motorradtouren-Region hinter dem Sauerland. Ausschlaggebend waren die Anzahl der Touren-Downloads.
Auch Mopeds und Roller sind in der Unfallstatistik vertreten: Von rund 200 Zweiradunfällen, die die PI Bitburg in den vergangenen drei Jahren registriert hat, waren bei 51 Unfällen Roller und Mopeds beteiligt. Die werden meist von Jugendlichen gefahren. Gerade auf dem Land ist es jungen Leute wichtig, so früh wie möglich mobil zu sein.
Auf Streifenfahrten stellen Zenners Kollegen oftmals fest, dass vor allem Jugendliche in den Dörfern ohne Helm unterwegs sind. Manche Zweiradfahrer, sagt Zenner, haben zwar einen Helm aufgesetzt, jedoch den Kinnriemen nicht verschlossen. So kann sich bei einem Unfall der Helm vom Kopf lösen. Eine Nachlässigkeit, die das Leben kosten kann: Im vergangenen September verunglückte in Sinspelt in der VG Neuerburg ein 17-jähriger Zweiradfahrer tödlich. Auch er hatte seinen Helm nicht richtig verschlossen und zog sich so tödliche Kopfverletzungen zu (der TV berichtete).
Geahndet wird das Fahren ohne Helm nur mit 15 Euro Bußgeld.
MOTORISIERTE ZWEIRäDER


Nach einer Statistik des Auto Club Europa (ACE) waren in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr rund 215 000 Motorräder angemeldet. Zum Vergleich: In Bayern sind es rund 750 000 Motorräder. Mit 15 Jahren dürfen Jugendliche in Deutschland den Mofa-Führerschein machen für ein Zweirad, das maximal 25 Stundenkilometer fährt. Ab 16 Jahren ist der Erwerb eines Führerscheins für Leichtkrafträder mit maximal 50 Stundenkilometern möglich.