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Das Prümer Krankenhaus darf größer werden

Das Prümer Krankenhaus darf größer werden

Die frohe Botschaft kam pünktlich zum vierten Advent: Das Prümer Krankenhaus kann im kommenden Jahr erweitert werden. Das Land hat eine 90-prozentige Förderung des 2,7 Millionen Euro teuren Projekts zugesagt. Im Frühjahr soll nun der Ausbau beginnen.

Prüm. In den vergangenen Monaten und Jahren hat sich einiges an politischer Prominenz im Prümer Krankenhaus die Klinke in die Hand gegeben: Von Ministerpräsident Kurt Beck bis zur Gesundheitsministerin Malu Dreyer. Und wohl kaum einer hat das Haus wieder verlassen, ohne vom kaufmännischen Direktor Andreas Fidelak auf die dringende Notwendigkeit einer Erweiterung hingewiesen worden zu sein.
Hauptgrund ist die unzureichende Endoskopie-Abteilung. Die sei, sagt Fidelak, beim Bau des Hauses vor rund 30 Jahren eher unter der Vorgabe errichtet worden, dass dort "auch mal" eine Untersuchung stattfinde. Doch mittlerweile ist sie täglich nahezu komplett ausgelastet, denn immer mehr Eingriffe werden mittels der Sonden vorgenommen, ohne dass große Schnitte nötig sind.
Ein weiteres Problem ist, dass aktuell nur drei zentrale Aufzüge zur Verfügung stehen, die an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Ebenfalls nicht optimal ist die Tatsache, dass der Operationssaal und die Intensivstation nicht auf einer Etage liegen und so die frisch operierten Patienten erst mit dem Aufzug zur Station gefahren werden müssen, berichtet Fidelak.
Doch nun wird Abhilfe geschaffen. Zunächst erhält das Erdgeschoss einen Anbau, in den die Intensivstation verlagert wird, so dass sie künftig in direkter Nachbarschaft zum OP liegt. "Damit sind künftig keine Aufzugfahrten mehr notwendig", sagt Fidelak. Von der Intensivstation soll außerdem ein neuer reiner Bettenaufzug zu den Stationen in den oberen Geschossen führen. Die Arbeitsabläufe zu verbessern und die Wege abzukürzen, ist ein wesentliches Ziel des Vorhabens. Die Bettenzahl hingegen wird nicht gesteigert, es bleibt bei den vorhandenen 150. In einem zweiten Bauabschnitt, der derzeit in der Vorbereitung ist, soll die Endoskopie-Abteilung in die frei gewordene ehemalige Intensivstation umziehen. Die genauen Kosten dafür stehen noch nicht fest. Fidelak rechnet mit einer Summe zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro.
Doch zunächst soll nun ab dem Frühjahr der Anbau entstehen. "Die Baugenehmigung liegt uns schon seit Oktober vor, so dass wir jetzt umgehend die Arbeiten ausschreiben können", sagt Fidelak. Der Spatenstich könne dann voraussichtlich im März erfolgen. Insgesamt rund 18 Monate sollen die Arbeiten dauern. "Wir hoffen, dass wir zum Sommer 2013 fertig sind", sagt Fidelak. Der Betrieb des Hauses läuft in dieser Zeit natürlich weiter. Weil die Baustelle nicht im Haus selbst ist, rechnet Fidelak nur mit geringen Beeinträchtigungen. Seit drei Jahren laufen die Planungen mittlerweile, dass nun schon die Zusage vorliegt, ist für Fidelak ein großer Erfolg - auch dank der Unterstützung der Politik. "Das ist ein großer Schritt für das Krankenhaus", sagt Kreisbeigeordnete und Landtagsmitglied Monika Fink (SPD). Zumal damit auch immer wieder bei den Bürgern kursierende Befürchtungen widerlegt werden, dass das Krankenhaus geschlossen werden könnte.
Extra

Das St.-Joseph-Krankenhaus in Prüm hat eine über 130-jährige Geschichte. Die ersten Pläne stammen aus dem Jahr 1865. Zwei Jahre später kauft der Kirchenvorstand Wohnhaus und Bierbrauerei Schieffer in der Tiergartenstraße, der Umbau zum Kloster St. Joseph wird geplant. Die Prümerin Amalie Alff stiftet 1867 eine Erbschaft von 10 000 Talern zur Gründung eines katholischen Hospitals für Arme, Alte, Kranke und Waisenkinder, so dass das Krankenhaus 1869 eröffnet werden kann. 1944 schließlich wird das Krankenhaus bei einem Bombenangriff völlig zerstört. Nach dem Krieg wird ein Notkrankenhaus im ehemaligen Finanzamt in der Tiergartenstraße eröffnet, das aber bei der Explosion des Kalvarienbergstollens wieder zerstört wird. Erst 1953 wird der Neubau des Krankenhauses in der Tiergartenstraße fertig und beendet den medizinischen Notstand. 1978 beginnen die Planungen für den Neubau am heutigen Standort auf dem Kalvarienberg, der 1984 eröffnet wird. Heute hat das Haus 150 Betten und beschäftig rund 330 Mitarbeiter. (Quelle: Krankenhaus Prüm) red/ch