Das Recht auf Wachstum

Die Stadt Prüm will einem Grundstückseigentümer auf der Dausfelder Höhe entgegen kommen und den Bebauungsplan ändern. Dadurch könnte das Bau- und Gartencenter "Profi-Point Müller" bei Bedarf wachsen.

Prüm. Matthias Willems ist Geschäftsführender Gesellschafter von "Profi-Point Müller" im Gewerbegebiet Dausfelder Höhe und Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Markt steht. Wollte er den Markt erweitern, müsste erst ein Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel geschaffen werden. Aktuell plant das Unternehmen zwar keine Expansion, aber Willems fragte vorsorglich die Stadt.

Im Stadtrat regte Markus Fischbach (SPD) an, sich bei dieser Gelegenheit alle bisherigen Änderungen und Einzelgenehmigungen zum Bebauungsplan aus den 70er Jahren anzuschauen und ihn eventuell komplett zu überarbeiten. Dem stimmte auch FWG-Fraktionssprecher Dirk Kleis zu.

Horst Follmann (CDU) schlug vor, das Wohlwollen der Stadt zu bekunden und in Aussicht zu stellen, den Plan bei Bedarf zu ändern. Willi Heck (CDU) gab zu bedenken, dass sich die Ausweisung eines Sondergebiets bis zu einem Jahr hinziehen könne: "Wir sollten die Änderung lieber gleich angehen, um Planungssicherheit für den Unternehmer zu schaffen." Dafür sprach sich auch Erster Beigeordneter Walter Braus (Prümer Bürgerbewegung) aus.

Dem von Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy (CDU) formulierten Beschlussvorschlag stimmte der Rat bei zwei Enthaltungen aus der SPD zu. Demnach leitet die Stadt das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans ein. Dazu soll Matthias Willems konkrete Daten zu Größenordnung und Sortimentsbereichen vorlegen.

Voraussetzung für eine Genehmigung ist, dass die Verbandsgemeinde den Flächennutzungsplan entsprechend ändert. Dort müsste ein Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel aufgenommen werden.

Inventurbericht zum Stadtwald



Weiteres Thema in der Ratssitzung war das Forsteinrichtungswerk. Forstamtsleiter Peter Wind stellte die wichtigsten Ergebnisse der Inventur vor. Demnach dominiert im Stadtwald die Fichte mit 71 Prozent. Bei den Altersklassen ist die Gruppe der 41- bis 60-jährigen Bäume am weitaus stärksten vertreten. Das Forstamt schlug eine durchschnittliche jährliche Nutzung von 371 Festmetern Holz vor. Bei einem jährlichen Zuwachs von 452 Festmetern Holz bliebe dadurch die Nachhaltigkeit gewahrt.

Dem Bericht des Forstamts stimmte der Rat schließlich einstimmig zu.