Das Riesending von Nimshuscheid

Das Riesending von Nimshuscheid

Das hätten die jungen Nimshuscheider vor 25 Jahren nicht gedacht: Ihr kleiner Strandspaß namens Beach Party ist mittlerweile zum Fest mit Tausenden gewachsen und feiert nun Silberjubiläum. Und der damals gegründete Jugendverein ist weiter hochaktiv.

Nimshuscheid. Ein kleines Dorf, ein großes Fest, und ein organisierender Verein, in dem bis heute die Gründungsmitglieder engagiert sind: Der Jugendverein Nimshuscheid schmeißt diesen Sommer bereits die 25. Beach Party.
Auch wenn viele Mitglieder rein formal nicht mehr zu den Frischlingen zählen und mancher sogar bereits im sechsten Lebensjahrzehnt steht: Jung ist man ja vor allem im Kopf - und geht deshalb mit sprühendem Elan in die Vorbereitungen zur Silber-Fete am Samstag, 16. August, 20 Uhr.
Angefangen hat alles in einer kleinen, bierseligen Runde: 1989 setzten sich einige junge Leute aus dem Dorf zusammen, "um eine etwas andere Party zu organisieren", sagt Elke Trappen vom heutigen Vorstand. Die Idee: etwas Außergewöhnliches auf die Beine zu stellen. Das gelang - und wuchs zu etwas heran, das die Nimshuscheider heute als "mehr als Kult" bezeichnen: Die Beach Party zieht jedes Jahr Tausende ins Dorf und auf die Festwiese (der TV berichtete).
Zusammenhalt zählt


Das Erfolgsgeheimnis? Es klingt ähnlich wie beim aktuellen Fußballweltmeister: "mit großem Willen gemeinsam etwas zu erreichen", sagt Elke Trappen.
Die erste Party stieg 1989 auf der "Schnegmühle" zwischen Wawern und Nimshuscheid. 300 Besucher (inzwischen hat sich die Zahl verzehnfacht) feierten zwischen Palmen und Sand - und im Pool, "in dem man entweder freiwillig oder unfreiwillig eine Abkühlung nehmen konnte".
Die Premiere glückte, die jungen Nimshuscheider wünschten sich eine Fortsetzung, also stellte man das Ganze auf organisatorisch festere Füße, zumal auch das Ordnungsamt allerlei Auflagen stellte. So wurde der Verein unter der Führung von Harald Ney am 19. November 1991 im Gasthaus zum Dorfbrunnen gegründet - und hatte gleich 33 Mitglieder.
Sie pachteten eine Wiese am Dorfrand und richteten sie als Festplatz her. Den Sandstrand beschaffte man sich damals per LKW-Ladung, die Vereinsmitglieder streckten jeweils 30 Mark vor, "und im Dorf schmierten die Frauen Hunderte Brötchen", erzählt Elke Trappen. Die Zelte bauten die Aktiven damals noch selbst, und den Strom holten sie sich vom nächsten Bauern, "unter Einsatz sämtlicher Kabeltrommeln und Verlängerungskabel aus Nimshuscheid und Umgebung".
Nach Harald Ney übernahm Kurt Lichter, dann Stefan Lichter den Vorsitz. Danach leiteten Markus Brink und Herbert Thiel den Verein, seit 2014 hat er eine Chefin: Sonja Istas.
Mit von der Partie waren in den vergangen Jahren viele Musiker, Disco-Teams und Plattenaufleger aus der Eifel, darunter Rewis Rolling Disco, Roxxbusters, Wallstreet, Music Factory, Who´s next?, Brass Machine oder Crossing. In diesem Jahr sorgen IQ Talo und Dj Milio für die Musik.
Eine traurige Erinnerung trübt allerdings die Freude über das Jubiläum: Vor 17 Jahren sagte der Verein die Party ab, weil ein guter Freund und Vereinsangehöriger aus Nimshuscheid bei einem schweren Unfall ums Leben gekommen war.
Der Jugendverein weiß übrigens nicht nur zu feiern: Jedes Jahr unterstützt man Projekte im Dorf durch Spenden, die von den Einnahmen ermöglicht werden. So gabe man Geld für den Bau des Bushäuschens, des Spielplatzes, für Funkgeräte und ein neues Tor der Feuerwehr. Außerdem unterstützten die Mitglieder den Anstrich der Kirche und eine neue Tür für die Leichenhalle. Den Ortsteil Nimshuscheidermühle zierte man mit einem Mühlstein und half bei der Erneuerung des Bühnenvorhangs im Gemeindehaus.
"Ohne die freiwillige Einsatzbereitschaft und das große Verständnis jedes Einzelnen aus Nimshuscheid während der vergangenen Jahre wäre dies alles nicht möglich gewesen", unterstreicht Elke Trappen. Und sie dankt abschließend allen Feuerwehrleuten, die während der Party den Verkehr regeln und die Parkplätze beaufsichtigen - wie natürlich auch bei der 25. Beach Party.Meinung

Immer die Jugend
Wer gerne über die Jugend mault, darf einmal nach Nimshuscheid schauen: Dort schaffen es die Jungen und jung Gebliebenen seit 25 Jahren, ein rauschendes Fest auf die Beine zu stellen, das ganze Dorf einzubeziehen und am Ende auch noch mit Spenden etwas für die Gemeinschaft zu tun. Ein tolles Beispiel. Respekt, Glückwunsch. fp.linden@volksfreund.de

Mehr von Volksfreund