Neue Kläranlage für Mettendorf: Das Schmutzwasser wandert weiter

Neue Kläranlage für Mettendorf : Das Schmutzwasser wandert weiter

Für mehr als 6,5 Millionen Euro soll Mettendorf eine neue Kläranlage erhalten. Geplant ist auch ein Standortwechsel.

30 Prozent der Gewässer in Rheinland-Pfalz sind laut Umweltministerin Ulrike Höfken in einem guten Zustand. Im Ländervergleich sei das ein guter Wert, so Höfken. Gleichzeitig bedeute es aber auch, dass die Wasserqualität der übrigen 70 Prozent nicht in Ordnung sei. Es bestehe also durchaus noch viel Handlungsbedarf, meint die Ministerin, die nach Mettendorf gekommen ist, um dort der Verbesserung der Wasserqualität ein Stück weit auf die Sprünge zu halfen.

Höfken hat einen Förderbescheid ihres Ministeriums im Gepäck. Damit sichert das Land den Südeifelwerken mehr als 1,5 Millionen Euro Zuschuss und weitere 2,3 Millionen Euro als zinsloses Darlehen für den Bau einer neuen Kläranlage in Mettendorf zu.

Foto: Uwe Hentschel

Für die Planung dieser Anlage zuständig ist das Ingenieurbüro H.Berg & Partner. Und für dessen Geschäftsführer Jürgen Neuß wiederum ist die Situation in Mettendorf nichts Neues. Er kenne die Kläranlage schon seit 25 Jahren und habe in dieser Zeit immer wieder an der Modernisierung der Einrichtung mitgewirkt, sagt er. Jetzt aber habe man einen Punkt erreicht, an dem alle Möglichkeiten der Optimierung ausgeschöpft seien, erklärt Neuß. Sein Büro hat deshalb auf Grundlage einer europaweiten Ausschreibung im Auftrag der Südeifelwerke eine komplett neue Kläranlage geplant.

Das Besondere dieser Anlage sind laut Neuß nicht nur die „sehr guten Reinigungswerte“, sondern auch die Energieeffizienz. Die neue Einrichtung soll nämlich mit Fotovoltaikmodulen auf den Dächern der Betriebsgebäude sowie einer ergänzenden Freiflächen-Fotovoltaikanlage ausgestattet werden.

Unterm Strich sollen damit pro Jahr 200 000 Kilowattstunden produziert werden, womit der Energieertrag sogar deutlich höher wäre als der prognostizierte Verbrauch der Kläranlage.

Darüber hinaus wird die Kläranlage auch an einem neuen Standort geplant. Wie der Ingenieur erklärt, sei der derzeitige Standort in der Nähe von Wohnhäusern nicht ideal. Die neue Anlage sei weiter außerhalb des Ortes geplant, rund 650 Meter südöstlich, auf der anderen Straßenseite der L 4. Auf dem derzeitigen Betriebsgelände werde dann zukünftig nur noch ein Pumpwerk stehen, von wo aus das schmutzige Wasser zur neuen Kläranlage gepumpt werde. Von dort wird das gereinigte Wasser weiter südwärts wieder in die Enz eingeleitet.

Zusätzlich zur neuen Anlage ist im Rahmen der Baumaßnahme auch die Errichtung eines stationären Schlammentwässerungszentrums vorgesehen. Dort soll dann nicht nur der Klärschlamm der rund 3500 Einwohner im Einzugsgebiet der Mettendorfer Kläranlage entwässert werden, sondern auch der aus den übrigen Kläranlagen im Neuerburger Raum. Gemäß Planung ist die Kapazität auf 26 300 Einwohner ausgerichtet.

Rund 6,5 Millionen Euro soll die neue Kläranlage insgesamt kosten. In diesem Betrag noch nicht enthalten sind die Kosten für die Fotovoltaikanlagen, da sich deren Einsatz laut Neuß  erst im Laufe der Planung ergeben habe.

Im Mai dieses Jahres werden die Bauarbeiten voraussichtlich beginnen, Ende 2021 soll die neue Kläranlage ans Netz gehen.