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"Das Schöne mit heim nehmen"

KELBERG/HÖCHSTBERG. Unter dem Titel "Gefesselt von Bildern" ist im Rathaus Kelberg noch bis zum 28. Januar eine Ausstellung mit Fotos des Höchstberger Natur- und Landschaftsfotografen Werner Herzig und seiner Freunde vom Photo-Forum Daun zu sehen. ARRAY(0x142b7e38)

Eine Ausstellung im Rathaus zu bestücken, ist laut Satzung Bürgern der Verbandsgemeinde vorbehalten. So ist bei der zurzeit zu sehenden Foto-Ausstellung Werner Herzig aus Höchstberg der Namengeber. Ein Dutzend seiner Freunde vom Photo-Forum Daun präsentieren darüber hinaus die ganzen Facetten der künstlerischen Fotografie vom Akt bis zum Stilleben. Es stellen aus: Darius Badowski, Roswitha Eul, Franz Josef Kollig, Robert Krenciszek, Elfi Kretzer, Achim Kugel, Ilona Lehnen, Daniel Nägel, Heinz Nägel, Winfried Schäfer, Karin Schüller und Matthias Wagner. Von Herzig sind unter anderem das Porträt einer blinden Bettlerin aus dem Nepal und eindrucksvolle Aufnahmen vom Laacher See und von der Strohner Schweiz zu sehen. Der 69-Jährige fotografiert seit über 50 Jahren. Sein erstes Foto, so erzählt er im TV -Gespräch, nahm er mit einer "Camera Obscura" auf, die er 1952 aus Zigarrenkisten, dem Deckel einer Konservendose, Heftpflastern und einer Glasplatte selbst baute. Drei Jahre später kaufte er sich eine "Kodak Retina 1b" - sie gilt unter Fachleuten bis heute als Top-Kamera. Werner Herzig ist in Schlesien geboren und lernte als junger Mann das Schlosserhandwerk. Später arbeitete er in einer Wuppertaler Firma als Leitender Maschinenbautechniker, und als der Betrieb in Höchstberg ein Zweigwerk gründete, wurde Herzig Eifeler. "Wenn wir in Urlaub fuhren, war ich immer darauf bedacht, das Schöne mit nach Hause zu nehmen", beschreibt Herzig seine ursprüngliche Motivation für das Fotografieren. Aber oft sei er unzufrieden gewesen mit den Bildern: zu viel, zu wenig, zu flach. Wenn er als Mitglied des Berg- und Wandervereins Bad Neuenahr Diavorträge hielt, beobachtete er die Betrachter und merkte sich, wann sie besonders achtsam waren. Er beschaffte sich Fotoliteratur und eine Miniatur-Wasserwaage zum Aufstecken auf die Kamera, eignete sich die Regeln des "Goldenen Schnitts" für ein Foto an, spezialisierte sich auf Natur und Landschaft und nahm mehr und mehr auch seine neue Heimat als wahres Füllhorn für Fotomotive in den Blick. "Immerhin leben wir in einer Gegend, in der andere Urlaub machen", wurde zu einem seiner Wahlsprüche. Seit er in Rente ist, ist Werner Herzig mehr denn je als Referent für Diavorträge gefragt - zuletzt bei der Evangelischen Kirchengemeinde in Kelberg und im Auftrag des Verkehrsamts der Verbandsgemeinde Kelberg. "Ich habe es mit einem Vortrag auch schon geschafft, hundert Landfrauen für anderthalb Stunden mucksmäuschenstill zu halten", erzählt Herzig lachend. Die Rathaus-Ausstellung mache ihn richtig glücklich, er habe sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Die Ausstellung ist bis zum 28. Januar während der Bürozeiten zu sehen. Kontakt: Werner Herzig, Höchstberg, Telefon 02657/694, oder Winfried Schäfer, Ellscheid, Telefon 06573/9380.