Das Sterben gehört zum Leben
Bitburg · Die Bestatter Wagner und Loew integrieren mit ihren Ausstellungen das Thema Tod in das normale Leben. Dieses Mal zeigt der Fotograf Joachim Schwaab aus Holsthum seine Bilder mit dem Titel "Einstellung".
Bitburg. Zwischen Särgen, Urnen und Kreuzen sind Fotos von neugeborenen Schwälbchen und lachenden Kindern zu sehen, Eifel-Landschaften in lebendigen Farben und Portraits von musizierenden Menschen - Schnappschüsse, aus dem Leben gegriffen, die pure Lebensfreude ausstrahlen.
"Nach einem kurzen Zucken fand ich die Idee, hier auszustellen, sehr gut. Ich habe keine Berührungsängste mit dem Tod, obwohl ich momentan nicht viel über den Tod nachdenke", sagt Joachim Schwaab, der 1985 seinen ersten Kalender druckte. Der gelernte Elektroingenieur und Hobbyfotograf aus Holsthum hält Momente und Situationen, die nicht auf jeder Postkarte zu sehen sind, mit der Kamera fest.
Die Bestatter Klaus Wagner und Stephan Loew möchten den Leuten mit Ausstellungen, Infoabenden über Bestattungsmöglichkeiten und Führungen zum Begräbniswald Niederweiler die Scheu vor dem Tod nehmen. Denn der Tod eines geliebten Menschen ist oft unfassbar und verändert das eigene Leben. "Viele Menschen zwischen Ende 50 und 70 Jahren erkundigen sich über mögliche Bestattungsarten, um ihre Kinder zu entlasten. Früher brauchte man sich keine Gedanken zu machen. Heute gibt es viele Möglichkeiten, wie eine Beerdigung aussehen kann", erklärt Klaus Wagner. Die Bestattungsformen reichen von der traditionellen Erdbestattung bis hin zur Diamantbestattung. Dabei wird die Asche in einen Diamant verwandelt.
Die Arbeit eines Bestatters ist sehr vielseitig, denn es geht nicht nur um den Verkauf von Särgen und Urnen. Zu den Aufgaben gehören Trauerbegleitung, Gespräche, Verwaltung und die Organisation der ganzen Beerdigung. "Es ist gut, wenn die Angehörigen sich auf die eigene Trauer konzentrieren können", sagt Wagner, der in seinem Beruf viele bewegende und dankbare Momente erlebt.
Isabelle Adam war zuerst einmal überrascht, als sie auf der Einladung das Logo eines Bestattungsinstitutes sah. "Ich habe mich schon viel mit dem Tod auseinandergesetzt, weil ich selbst einen Unfall hatte, und durch Bekannte, die gestorben sind. Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, wirkt der Tod natürlich", sagt die 48-Jährige aus Trier.
Das Sterben gehört zum Leben, so wie das Leben zum Tod gehört. Ein ewiger Kreislauf. Die Ausstellungen sind eine gute Chance, ein Beerdigunsginstitut mal auf eine andere Art kennenzulernen. Dann weicht auch die Angst vor dem Tod.
Die Fotografien sind bis Ende Dezember in den Geschäftsräumen von Bestattungen Wagner & Loew, Am Markt 1 in Bitburg, während der Bürozeiten sowie nach telefonischer Absprache zu besichtigen und zu erwerben. Weitere Informationen unter der Telefonnummer: 06561/693730.