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Ärzte-Genossenschaft: „Das Thema betrifft jeden“

Ärzte-Genossenschaft : „Das Thema betrifft jeden“

Ärztemangel: Das Problem beschäftigt den Eifeler Landrat Joachim Streit seit Jahren.

Seite an Seite mit dem Vorstand der Medicus eG setzt sich von Beginn an auch Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, für die Medicus eG ein. Als deren Zulassungsantrag auf Betrieb eines Medizinischen Versorgungszentrums abgelehnt wurde, hat der sonst diplomatische Landrat deutliche Worte gefunden und Sinn und Berechtigung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hinterfragt (der TV berichtete). Im Gespräch erklärt Streit, warum er für die Medicus eG kämpft:

Warum ist Ihnen die Ärztegenossenschaft so wichtig?

Streit: Obwohl der Kreis nicht zuständig ist, haben wir schon früh das Problem erkannt, eine Arbeitsgruppe mit den Ärzten der Region und den Krankenhäusern gegründet, um gemeinsam Ideen für unseren Raum zu entwickeln. Dabei kam die Genossenschaftslösung als beste Lösung für den Eifelkreis raus.

Welche Bedeutung hat diese Initiative für die Eifel?

Streit: Sie gibt jungen Ärzten im Sinne eines Rundum-Sorglos-Pakets die Möglichkeit, sich bei uns niederzulassen – ohne gleich eine eigene Praxis betreiben zu müssen.

Haben Sie die Hoffnung, dass die KV noch einlenken wird?

Streit: Wir haben am 14.6.18 einen gemeinsamen Termin mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Wir sind guter Dinge.

Haben Sie mit diesem Rückhalt gerechnet?

Streit: Das Thema betrifft jeden, Jung und Alt. Es ist wichtig, Bevölkerung und Politik hinter sich zu wissen.

Sollte das Gespräch bei der KV trotz allem nicht zum gewünschten Ergebnis führen, gibt es einen Plan B?

Streit: Ministerin Bätzing-Lichtenthäler hat mir in einem Gespräch zugesagt, sich einzuschalten; dann findet der übernächste Termin bei ihr statt, bevor wir vors Gericht ziehen.

Können Sie die Argumente der KV nachvollziehen, warum sie gegenüber der Medicus eG skeptisch ist?

Streit: Ich habe bisher keinen Ablehnungsbescheid gesehen, und der letzte Antrag war mit der Kassenärztlichen Vereinigung abgestimmt. Deshalb waren wir bass erstaunt, dass er abgelehnt wurde.

Was erwarten Sie von dem Gesprächstermin bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Mainz?

Streit: Wer nicht redet, dem kann auch nicht geholfen werden. Wenn wir nicht geholfen bekommen, müsste die Politik darüber nachdenken, ob sie zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung den Auftrag noch weiter bei der Kassenärztlichen Vereinigung belässt oder die Aufgabe verstaatlicht.