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Das Unternehmen Eifelgefühl wurde mit dem Eifel-Award ausgezeichnet

Kultur : Eine Hommage an die Kultur der Eifel

Die Musik und Kultur der Eifel besser zu vernetzen: Das ist ein Anliegen von Horst Hültenschmidt, Initiator der Marke „Eifelgefühl“. Für sein Start Up-Unternehmen wurde er 2019 mit dem Eifel-Award ausgezeichnet.

Im Büro von Horst Hültenschmidt hängen zahlreiche Gold- und Platin-Schallplatten an den Wänden. Herbert Grönemeyer, Wolfgang Niedecken, DJ Bobo und noch viele andere bekannte Showgrößen hat der gebürtige Prümer als Musikverleger und Promoter betreut. „Das müssen Sie aber alles gar nicht schreiben“, sagt er.

Die Zeiten, wo er mit den Scorpions durch Europa getourt ist und für Dieter Bohlen gearbeitet hat, sind vorbei. Vor fünf Jahren hat er sich stattdessen auf seine alte und jetzt auch wieder neue Heimat fokussiert: die Eifel. „Ich saß zusammen mit Wolfgang Niedecken in meinem Büro und wir haben uns zusammen überlegt, mal was für die Eifel zu machen“, sagt er.

Aus der Idee entstanden sind die beiden Musik-Sampler „Eifelgefühl“ und „Eifelgefühl II“ mit Musik und Texten über die Eifel, wie Niedeckens Lied „Nürburgring“ oder „Karlheinz“, und Musik von Eifeler Musikern, wie Silvia Nels und Achim Weinzen.

Der ist unter anderem mit seiner Stadthymne „Trier“ vertreten, entstanden durch eine Idee von Horst Hültenschmidt: „Herbert Grönemeyer hat ja für Bochum eine Hymne geschrieben, warum sollte nicht auch Trier eine Hymne bekommen?“

„Trier“ ist ein rockiger Song, „nicht so das übliche Tralala“, das Hültenschmidt so gar nicht mag. Die Eifel sei so viel mehr als Blasmusik, sagt er. Es gebe tolle Musiker, Karikaturisten, Autoren und Künstler, die der Eifel ein ganz anderes Image geben könnten. Hültenschmidt stört schon lange die Unterscheidung in Süd-, Schnee- oder Nordeifel. Für ihn gebe es nur das Gesamtpaket. „Für mich reicht die Eifel von Koblenz bis Aachen und ja, auch Trier gehört dazu.“

Eine Ansicht, für die er nicht nur Zustimmung erhält, was ihn aber nicht weiter stört. Aufregen kann er sich hingegen über die „Burgherrenmentalität“ einzelner, die meinen mit ihren Vasallen entscheiden zu können, was Kunst sei und was nicht. „Das geht mir sowas von auf den Senkel.“

Die Eifel habe so viele Sachen, die man plakativ zeigen müsse, „nur die Eifeler haben oft nicht die Traute, das zu tun“, mutmaßt er. Und da sieht er sich an der richtigen Stelle, dem Ganzen ein bisschen nachzuhelfen.

Vor einem Jahr hat er sich für sein Start-up-Unternehmen den Namen „Eifelgefühl“ schützen lassen. Darunter vermarktet er nicht nur Musik, Bücher, Poster und Tassen sondern auch eine Mode-Linie mit Logo – alles zu erwerben in seinem Online-Shop oder auch teilweise bei Buchhandlungen.

Vorstellen könnte sich der Eifeler unter seiner Marke „Eifelgefühl“ auch Lebensmittel oder Spirituosen, wie Honig oder Gin, zu lizensieren. Außerdem möchte er Events veranstalten, wie Vernissagen mit Kunstwerken aus Malerei, Fotografie und Skulpturen. Auch Lesungen und Konzerte im kleinen Rahmen möchte er nach Corona organisieren.

„Ich möchte Konzepte entwickeln, wo ich mein Know-How einsetzen kann und mit Eifeler Künstlern zusammen Neues entwickele“, sagt er. So ist er immer auf der Suche nach neuen Eifel-Interpreten. Man könnte hier so viel machen, aber dazu braucht man auch politische Unterstützung und kulturelle Förderung.“

In Planung ist derzeit ein Buch mit Stimmen der Eifel. Bekannte und prominente Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur, Politik, Medien, Finanzwirtschaft, Tradition und Gewerbe sollen darin der Eifel ihre Stimme geben.

Viele hat er schon zusammengetragen, darunter ist auch der Schriftsteller Norbert Scheuer, mit dem er zusammen in Prüm aufgewachsen ist, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Landrat Joachim Streit ebenso wie Schlagersänger Heino.

Seit einem Jahr lebt Horst Hültenschmidt zusammen mit seiner Frau Barbara und dem Hund Mariechen wieder in Prüm. „Das Haus war ein Glückstreffer. Wir haben 30 Jahre in Köln gelebt – und jetzt diese Lage und diese Ruhe“, schwärmt er. Prüm habe alles, er vermisse nichts. „Meine Frau sagt immer, was man in Prüm nicht bekommt, braucht man auch nicht.“

Horst Hültenschmidt ist der Initiator von „Eifelgefühl“. Foto: TV/Stefanie Glandien
Als Musikverleger arbeitete Hültenschmidt eine Zeitlang in Köln. Foto: TV/Stefanie Glandien

Auf Facebook hat er ein Forum errichtet, wo derzeit 500 ausgesuchte Mitglieder aus verschiedensten kulturellen Bereichen ihre Veranstaltungen posten können. Er selbst verspricht auf seiner Internet-Seite: „Unser Hommage an die Eifel geht weiter, es bleibt spannend!“