Das volle Ausmaß in Lichtbildern

Das volle Ausmaß in Lichtbildern

PRÜM. (kth) Thema Nummer eins in Prüm ist zurzeit die dringend erforderliche Turmsanierung der St. Salvator Basilika. Betroffen sind vor allem die Dächer beider Türme (der TV berichtete). Zu einer Informationsveranstaltung zu der Frage, wie es weiter gehen soll, hatte der Förderkreis "Basilikafreunde" eingeladen.

An der 275 Jahre alten Prümer Basilika hat der Zahn der Zeit genagt. Betroffen von den Verschleißerscheinungen sind vor allem die 63 Meter hohen Türme, die den zahllosen Granaten und Bomben des Zweiten Weltkrieges standgehalten haben und nach Kriegsende zum Sinnbild des Wiederaufbaus der Stadt Prüm wurden. Will man nicht Gefahr laufen, dass künftig bei möglichen Sturmwarnungen der Kirchenvorplatz gesperrt wird, muss dringend gehandelt werden. Das Architekturbüro Berdi und Johann aus Lutzerath hat in Zusammenarbeit mit dem in Karlsruhe, Mannheim und Berlin tätigen Ingenieurbüro Bauen die Schäden bis ins Detail aufgenommen. Bei einer Informationsveranstaltung in der Kapelle des ehemaligen Konvikts berichteten die Fachleute nun über das volle Ausmaß der Schäden sowohl an den Dächern der beiden Türme wie auch am Kirchenschiffdach. Anhand von Dias belegten Architekt Peter Berdi sowie die Ingenieure Josef Steiner und Christoph Krubasih den desolaten Zustand in den verschiedenen Turmebenen. Unter anderem waren Bilder von abgefaulten Holzteilen, schadhaften Gesimsen und Blechverkleidungen und vor allem total verwitterten Dachschiefer zu sehen. Die Schäden reichen bis in die Turmspitze. Nach den Worten von Berdi ist die Stabilität des Laternendachs gefährdet, wenn nicht umgehend für Abhilfe gesorgt wird. Einschließlich Schiefer müssen die Holzschalungen beider Türme komplett entfernt und erneuert werden. Dies geht aber nur, wenn die Türme vom Boden aus eingerüstet werden. Steht einmal das Gerüst bietet sich auch Gelegenheit die vor zehn Jahren renovierte Fassade mit einem Überholungsanstrich zu versehen. Einschließlich Mittelschiffdach soll die Maßnahme in zwei Bauabschnitten erfolgen. Die Kosten dafür belaufen sich auf über eine Million Euro, vorausgesetzt es gibt keine unliebsamen Überraschungen. Beispielsweise wäre es erforderlich die Klais-Orgel kostenträchtig zu Verpacken, falls die Staubentwicklung bei den Arbeiten zu groß wird. Mit dem Gerüstbau soll, sobald alle Genehmigungen vorliegen, in Kürze begonnen werden. Architekt Berdi ist optimistisch, dass die Arbeiten an den Turmdächern bis zum Jahresende abgeschlossen sind. Im Jahr 2006 wäre dann das Kirchenschiff an der Reihe. Unterdessen steht der Förderkreis der Basilikafreunde vor neuen Herausforderungen. Auch wenn das Bistum Trier einen erheblichen Anteil der Kosten für die bestandserhaltende Baumaßnahme übernimmt und der Verein auf weitere Zuschüsse hofft, bleibt trotzdem eine finanzielle Lücke. Die muss von der Pfarrgemeinde ausgefüllt werden. Deshalb hofft der Förderkreis auf die Unterstützung seiner Mitglieder, Paten und Sponsoren.