Das Wahrzeichen freilegen

Dahlem. Werden demnächst Schafe oder Rinder auf dem Gebiet der Finsterley weiden? Denkbar ist es, zumindest empfiehlt es Karl-Heinz Linne von Berg, der im Auftrag von Heinz Rütz und Josef Schweinheim vom Förderverein Dorfentwicklung Dahlem ein entsprechendes Gutachten erstellt hat. Die Finsterley in der Nähe der Kirche ist seit jeher ein frei liegendes Gelände.

Der Kalkfelsen, nur fünf Minuten von der Grundschule entfernt, ist ein Wahrzeichen Dahlems. In unmittelbarer Nähe hat der Eifelverein eine Schutzhütte errichtet. Jedoch ist der Kalkfelsen, bedingt durch die Hochstammbewaldung, nicht mehr von allen Seiten frei zu sehen.

"Es ist ein einzigartiges Zeugnis der Dahlemer Kalklandschaft", so Linne von Berg: ein repräsentativer Biotopkomplex, Refugium für zahlreiche Pflanzen und Tiere. Sie stelle mit den Vorkommen des Wimpern-Perlgrases einen einzigartigen Standort in der Nordeifel dar. Einen vergleichbaren Standort gebe es nur im Siebengebirge. Auch kommen dort Trauben-Gamander und Scharfer Mauerpfeffer vor, die Professor Wolfgang Schumacher bereits 1977 katalogisierte.

Die Einzigartigkeit der Finsterley werde durch die standortfremden Gehölze gestört, so Linne von Berg. Das Nadelholz sollte durch Laubhölzer ersetzt werden. Er rät zur Sicherung der frei stehenden Felsen sowie der Entwicklung des Kalkmagerrasens als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Eine extensive Grünlandbewirtschaftung mit Schafen oder Rindern wäre möglich. Klettern und Betreten der Felsköpfe sollte verboten werden.

Rütz hat das Gutachten der Gemeinde übergeben. Wenn diese sich für die Maßnahme begeistern könnte, könnte nächstes Jahr mit dem Einschlag der Bäume begonnen werden. Noch in diesem Jahr könne man mit der Erfassung der Pflanzenbestände und der Festlegung der Flächen beginnen, die in Zukunft frei bleiben sollen. Laut dem Gutachten könnte die Maßnahme 2016 abgeschlossen werden. HLG