Das Wilde am Westen: Cowboy Bob and Trailer Trash in Prüm

Volksfest : Geschichten von schlimmen Leuten

Prümer Sommer: „Cowboy Bob and Trailer Trash“ singen von den Wilden im Westen, rund 2000 Besucher feiern auf dem Platz.

Das Leben ist hart unterm Cowboyhut. Lauter Männer, die es in Sünde verbringen, deswegen auch im „Cell Block 2“ landen und irgendwann „back to nowhere“ gehen, zurück ins Nirgendwo, wo sie hingehören. Dazwischen: viel Alkohol. Und das, was man im wilden Hinterwäldlerwesten unter Liebe versteht: „Cowboy Bob and Trailer Trash“ machen Country. Aber eher von der räudigen Sorte.

Was allerdings erheblich echter klingt als bei manchen, die in deutschen Landen mit Stetson und Wimmergitarre unterwegs sind.

Die gute Show gehört dazu: Cowboy Bob and Trailer Trash am Donnerstagabend beim Auftritt auf dem Prümer Sommer. Foto: Fritz-Peter Linden

Dabei stammen sie alle bis auf einen aus dem deutschen Osten. Dieser eine, Sänger und Gitarrist „Bob“, heißt in echt Seth Fleming, wurde geboren in Arizona, wuchs auf in Texas (viel mehr Country geht nicht) und blieb, wie er im wirklich sehr netten Pausengespräch erzählt, als Austauschstudent in den Neunzigern in Jena hängen. Heute ist er dort verheiratet, hat einen kleinen Sohn – und gibt auf der Bühne den wilden Westmann.

Die gute Show gehört dazu: Cowboy Bob and Trailer Trash beim Prümer Sommer. Foto: Fritz-Peter Linden

Die Band spielt kaum Songs anderer Künstler nach, dafür haben die Fünf genug Eigenmaterial – klar, Johnny Cashs „Folsom Prison Blues“ muss dann irgendwann sein, wegen Knast und so, dazu zwei Nummern von den diversen Hank Williamses (senior und junior), zum Zugabenfinale dann noch die „Ghost Riders in the Sky“.

Die gute Show gehört dazu: Cowboy Bob and Trailer Trash beim Prümer Sommer. Foto: Fritz-Peter Linden

Schon früh auf dem Platz: Peter Floss aus Schönecken. Er lässt den Blick über den sich stetig füllenden Platz schweifen. „Ich bin gerade erst gekommen und schaue bei den Prümer-Sommer-Konzerten schon öfters vorbei. Man trifft sich halt hier. Wenn dann wie heute die Musik stimmt und gefällt, ist es natürlich umso besser und schöner.“

Das Publikum, im Lauf des Abends steigert sich die Zahl auf rund 2000, wie Organisator Manfred Schuler schätzt, geht vor allem zum Ende hin immer besser mit. Dabei hatte es tagsüber gar nicht nach einem klassischen Prümer Sommerabend ausgesehen: Immer wieder fiel phasenweise heftiger Regen, erst spät klarte es auf und blieb dann trocken bis weit in die Konzertnacht hinein.

Der Prümer Sommer geht am kommenden Donnerstag, 18. August, weiter: Von 19.30 Uhr an stehen dann Firlefanz auf der Bühne – fünf Musiker aus der Region, die sich vor allem dem kölschen Liedgut verschrieben haben.
Bereits von 18 Uhr an kümmern sich die Mitarbeiterinnen der integrativen Kindertagesstätte der Lebenshilfe Prüm um die ganz jungen Besucher. Der Eintritt ist wie immer frei.