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Das zweite Altenheim für Bitburg kommt

Das zweite Altenheim für Bitburg kommt

Die Firma Eifel-Haus aus Dockendorf will noch dieses Jahr mit den Bauarbeiten für das Altenheim in der Kölner Straße beginnen. Einstimmig beschloss der Bauausschuss die nötige Bebauungsplan-änderung für das 7-Millionen-Euro-Projekt. In einem drei- bis viergeschossigen Neubau entstehen knapp 100 Pflegeplätze.

Bitburg. Der Bedarf ist da und wird weiter steigen: Bereits im Jahr 2020 soll es in Bitburg mehr Menschen geben, die 65 Jahre und älter sind, als junge Leute unter 20. Mit der wachsenden Zahl von Senioren (siehe Extra) steigt auch die Nachfrage an Wohn-, Pflege- und Versorgungsmöglichkeiten für Senioren. Derzeit gibt es in Bitburg ein Altenwohn- und Pflegeheim in der Eifelstraße mit knapp 150 Betten. Die Einrichtung befindet sich in direkter Nachbarschaft zu dem Altenheim, das nun die Firma Eifel-Haus aus Dockendorf in der Kölner Straße bauen will.

"Angesichts der demografischen Entwicklung finden wir, dass Bitburg ein zweites Altenheim verträgt", sagt Alois Peters, Geschäftsführer von Eifel-Haus. Rund sieben bis acht Millionen Euro investiert seine Firma in den Neubau in der Kölner Straße. Dort ist auf einer Brache von rund 3300 Quadratmetern ein drei- bis viergeschossiger Gebäudekomplex geplant, in dem knapp 100 Pflegeplätze entstehen. Das Altenheim soll etwa 50 Arbeitsplätze schaffen. Inzwischen stünde auch der Betreiber fest, aber den Namen möchte Peters noch nicht nennen. Nur so viel: "Es haben sich weit mehr Gesellschaften darum beworben, als wir erwartet haben", sagt Peters, der mit dem Betreiber einen 20-Jahres-Vertrag macht - mit Option auf Verlängerung.

Auch der Betreiber sehe das benachbarte Altenheim nicht als Konkurrenz. Projekte für rüstigere Senioren wie etwa die Erweiterung der Residenz Limbourgs Garten auf 56 Wohnungen sowie die 25 seniorengerechten Wohnungen, die in dem Neubau in der Bahnhofstraße entstehen, sieht Peters als ergänzendes Angebot. "Wenn diese Senioren einmal mehr Pflege benötigen, als das bei betreutem Wohnen üblich ist, bieten wir mit dem modernen Altenheim Platz", sagt Peters, dessen Firma zunächst auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus, dann einen Komplex aus mehreren Wohnhäusern bauen wollte (der TV berichtete). Doch diese Pläne haben sich zerschlagen. "Davon haben wir Abstand genommen, weil in Bitburg bereits viele Mehrfamilienhäuser entstehen", sagt Peters. Hinzu kommt, dass in Bitburg und den Stadtteilen in fünf verschiedenen Neubaugebieten Grundstücke für zusammen rund 500 Wohnhäuser entstehen. Das größte Neubaugebiet, Auf dem Monental mit rund 120 Bauplätzen liegt zentrumsnah.

Eifel-Haus will dieses Jahr mit den Bauarbeiten für das Altenheim beginnen. Die nötige Bebauungsplanänderung hat der Bauausschuss am Mittwochabend einstimmig auf den Weg gebracht. Wenn dieses Verfahren abgeschlossen ist, hofft Peters, noch im Herbst den Bauantrag stellen zu können: "Wenn alles glattläuft, könnte das neue Altenheim dann im Frühjahr 2013 eröffnen."

Demografische Entwicklung: Nach Berechnungen des Statistischen Landesamts werden im Jahr 2050 in Rheinland-Pfalz nur noch etwa drei Millionen Menschen leben. Dieser Bevölkerungsrückgang um rund 25 Prozent verändert die Altersstruktur: Der Anteil der unter 20-Jährigen wird von 22 auf 17 Prozent sinken, während der Anteil der über 60-Jährigen von 24 auf 35 Prozent steigt. In Bitburg soll nach den Prognosen für das Jahr 2020 der Anteil der unter 20-Jährigen von 20 auf 19 Prozent sinken, während der Anteil der über 65-Jährigen von 20 auf 22 Prozent steigt. scho