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Dasburg-Verpachtung: Ortsgemeinde geht wieder ins Rennen

Dasburg-Verpachtung: Ortsgemeinde geht wieder ins Rennen

Die Frist für alle, die sich um die Pacht des ehemaligen Forsthauses auf der Dasburg bewerben wollen, ist abgelaufen. Einziger bekannter Aspirant ist bisher die Ortsgemeinde. Privatinvestor Dieter Thommes steigt aus, nachdem er im ersten Verfahren noch den Zuschlag erhalten hatte.

Dasburg. Die Angebotsfrist für die Pacht des ehemaligen Forsthauses auf der Dasburg ist am Montag um 11 Uhr abgelaufen. Einziger bisher bekannter Bewerber ist die Ortsgemeinde, die im vorigen Jahr noch gescheitert war: Die zuständige Landes-Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) erteilte im ersten Verfahren Dieter Thommes aus Daleiden den Zuschlag. Eine Entscheidung, die vor allem in Dasburg auf großen Widerspruch bei den Bürgern stieß (der TV berichtete, siehe Extra).
Am Ende einigten sich die GDKE, die Ortsgemeinde, die Verbandsgemeinde Arzfeld und Thommes darauf, die Pacht neu auszuschreiben. Mit einer Einschränkung: Der Stollen unter der Burg und die Freiflächen innerhalb ihrer Mauern wurden aus dem Verfahren genommen - jetzt geht es im Wesentlichen nur noch um das alte Forsthaus und dessen Nebengebäude.
Allerdings ist Dieter Thommes offenbar nicht mehr dabei: "Ich habe mich nicht beworben", sagt er auf TV-Anfrage. Die Sache sei für ihn am Ende "nicht mehr interessant" gewesen.
Ob es andere Bewerber gibt, war gestern bei der GDKE nicht zu erfahren: "Wir sind im laufenden Verfahren", sagt Thomas Metz, Chef der Generaldirektion. "Und so lange das läuft, kann ich dazu nichts sagen."
Allerdings soll die Entscheidung nicht lange auf sich warten lassen: Voraussichtlich nach Karneval (Rosenmontag ist am 11. Februar) werde man bekanntgeben, wer den Zuschlag erhalte - und nach welchen Kriterien man vorgegangen sei.
Historischer Verein hilft mit


Einer kommt indessen aus der Deckung: Ortsbürgermeister Werner André. Man habe die erneute Bewerbung auf den letzten Drücker eingereicht, nachdem der Gemeinderat am 15. Januar den einstimmigen Beschluss gefasst hatte, es noch einmal zu versuchen.
Vorige Woche trafen sich dann die Ratsmitglieder mit Vertretern des Vereins Historisches Dasburg, um zu überlegen, "was die beste Lösung wäre", sagt André.
Ergebnis: "Der Historische Verein wird sich engagieren." Das gelte vor allem für den Gewölbekeller im Forsthaus-Nebengebäude. Dort wünscht die GDKE eine Präsentation der Westwall-Geschichte.
Die Ortsgemeinde will, wie in der Ausschreibung verlangt, im Forsthaus Ferienwohnungen einbauen. Im Erdgeschoss soll ein Raum eingerichtet werden, den das Standesamt der VG für Hochzeiten anbieten kann. Der Umbau soll barrierefrei gestaltet sein.
"Unser Wunsch ist es, dass wir eine Außenstelle des Standesamts bekommen", sagt VG-Bürgermeister Andreas Kruppert. "Gerade die standesamtlichen Trauungen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen": Für viele Paare seien sie die einzige Form der Hochzeit - und die wolle man dann auch in einem schönen Umfeld erleben können. Krupperts Wunsch: Ein Raum, der groß genug wäre, "um auch größere Gesellschaften unterzubekommen. Aber wir müssen abwarten, wie jetzt die Entscheidung fällt."
Die Zeit für die Bewerbung "war relativ knapp", bekennt Werner André. Noch in der ersten Januarwoche habe es einen Begehungstermin mit GDKE-Vertretern gegeben. Ebenfalls dabei: Josef Freichels von der Tourist-Information Arzfeld und VG-Architekt Klaus Eppers. Zweck dieses Termins: Fragen zu klären. Die Gemeinde habe wissen wollen, was man im und am Gebäude machen dürfe und wie zum Beispiel die Möblierung aussehen solle.
Das Angebot an die GDKE erarbeitete André dann gemeinsam mit Freichels und Eppers. Zu den voraussichtlichen Kosten für Umbau, Einrichtung und Betrieb will André noch nichts sagen - er werde das neue Konzept zuerst diese Woche, am Donnerstag, in einer nichtöffentlichen Ratssitzung vorstellen. fpl
Extra

Die Dasburg gehört dem Land Rheinland-Pfalz, die Zufahrt und das Bürgerhaus auf der Anlage der Ortsgemeinde. Nachdem das Land im Frühling 2012 die Pacht an Dieter Thommes vergeben hatte, entstand Unmut im Dorf. Ein Kritikpunkt: Thommes habe nur ein Konzept für das Forsthaus, nicht aber für die Gesamtanlage. Bürger und Vereine sorgten sich zudem, keinen freien Zugang mehr zur Burganlage zu erhalten, obwohl ihnen Thommes eine Kooperation versprach. Auch die Umstände der Vergabe wurden kritisiert: VG-Bürgermeister Andreas Kruppert sah die Ortsgemeinde als Bewerber ausgebootet, nachdem man sich zuvor mit dem Land in allen Punkten einig gewesen sei. Eine vermutete politische Komponente - Thommes ist SPD-Mitglied - wiesen die Vertreter der Generaldirektion Kulturelles Erbe vehement zurück. Dennoch war deutlich: Thommes war vielen Dasburgern nicht willkommen. Am Ende einigten sich die Beteiligten auf ein neues Vergabeverfahren. fpl