Dauerbrenner im Landgasthof

Dauerbrenner im Landgasthof

"Saalü", das unglaubliche Heimatvarieté läuft schon 16 Jahre in alten Dorfsälen. Die vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz geförderte Veranstaltung reist in der Eifel von Saal zu Saal. Am Wochenende hat die Gruppe im voll besetzten Landgasthof in Jünkerath Station gemacht.

Jünkerath. Feuchte Handtücher für Wadenwickel waren nicht erforderlich, aber heiß ging es her bei dem vierstündigen Bühnenprogramm. "Saalü ist zu einem Dauerbrenner geworden", verrät die Projektleiterin Martina Helffenstein, "denn lebhafte und lebendige Dorfkultur wird von der Truppe mit Professionalität und viel Liebe kabarettistisch-komödiantisch in Szene gesetzt."

Wolfgang Müller, der sich unter dem Namen Gündä den Ruf des Frauenverstehers erwarb, moderierte und wollte über das Dorf Jünkerath und den Saal Genaueres wissen. Hier stand ihm Ortsbürgermeister Rainer Helfen, besser "Mister Zufall" mit seinem Reim zur Seite. Erst 1930 entstand durch preußischen Erlass "Jönkert", wo manche Vereine älter sind als der Ort. Die "Gewerkschaft", das Hüttenwesen und die Bahn stellten ausserdem Themen dar.

Brigitte Michaelis, bis 1994 Besitzerin, berichtete über den 1898 von Matthias Michaelis (Biermattes) erbauten Gasthof auf der Krim. In der Feierabendkneipe trafen sich die Hüttenarbeiter aus Gönnersdorf. Neben einer Tankstelle, und einer Kegelbahn musizierten dort die Chöre. Peter Michaelis kaufte 1938 ein Filmvorführgerät. "Kino gabs bis 1965 und hörte spektakulär auf mit "Ben Hur", aber bei der Weihnachtsdisco in den 50er Jahren ging die Post ab", so Brigitte Michaelis.

Vom "Dudenkaffee" berichteten Carsten Merkes und Käthe Koeb über die Jünkerather Bundestagswahl. Hubert Hoffmann packte eine alte Karnevalsfahne aus und seine Frau, Gertrud Hoffmann, plauderte über die Krimer Möhnen. Zu den "Saalü-Künstlern" zählten die Urkomödiantin Karla Drops, Michael Meierjohann und Mark Welte. Liebesgeschichten verrieten Ecki Lorse als Weihbischof und Julia Möllers als Schwester Oberin.

Es bleibt zu hoffen, dass die jetzigen Wirtsleute Regina und Udo den Saal wie früher mit Leben erfüllen, denn beim Finale des Heimatvarietés hieß es: "Jünkerath, klein aber fein".