Dausfelder Bürger stimmen Bauamt um

Dausfelder Bürger stimmen Bauamt um

Im Prümer Stadtteil wird wieder gebaut. Bei einem Informationsabend dazu setzen sich Bürger mit ihrem Wunsch durch.

Prüm Lädt die Stadt Prüm zu einer Bürgerversammlung auf die Dausfelder Höhe, geht es dann auch noch um das Thema Straßenbau, ist das Interesse traditionell hoch. Lange stritt man teils sogar gerichtlich über wiederkehrende Beiträge und über die Größe von Grundstücken ( siehe Info). Der Streit ist mittlerweile Geschichte, doch wundert es nicht, dass Donnerstag knapp 80 Einwohner ins Bürgerhaus kamen, wo über die bald beginnenden Arbeiten am Ardennenring und der Westerwälder Straße informiert wurde.
"Kontrovers wird es heute wohl nicht, es ist ja alles entschieden und geplant", sagte Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy, bevor Hubert Thomas vom Planungsbüro Scheuch die anstehenden Arbeiten vorstellte. Abgesehen von einem kleinen Detail - dazu später mehr - blieb der Abend tatsächlich weitgehend ohne Kontroversen.
Nachdem das Oberlandesgericht in Koblenz vor zwei Jahren entschieden hatte, dass die Stadt Prüm zu Recht wiederkehrende Beiträge zur Finanzierung von Straßenprojekten erhebe, aber auch feststellte, dass sie bisher falsch berechnet wurden (der TV berichtete), scheint die Debattierlust in Dausfeld einem spürbaren Wissensdurst gewichen zu sein.
Was steht also an? "In wenigen Tagen werden die Arbeiten an der Westerwälder Straße im Bauabschnitt 1 aufgenommen", sagte Thomas. Die Firma Kohl Bau habe dafür den Zuschlag bekommen. Bauleiter Norbert Schmitz gab einen Überblick: "Erst wird die Oberfläche abgetragen, dann beginnen die Kanalarbeiten, und auch die Wasserleitungen werden von den Kommunalen Netzen Eifel ganz neu verlegt. Besonders dies wird sehr aufwendig, weil teilweise auch die Hausanschlüsse erneuert werden." In der ersten Zeit sei es unvermeidbar, die Straße komplett für den Verkehr zu sperren. "Sie werden nur zu Fuß zu Ihren Häusern kommen", sagte Schmitz zu den Anwohnern. Man habe mit den Mitarbeitern der Baufirma aber schon abgesprochen, dass sie Mülltonnen zur Abholung nach vorne zum Straßenanfang bringen, sagte Robert Ennen vom Bauamt der Verbandsgemeinde. Die Planer schätzten, dass für den ersten Bauabschnitt ungefähr zwei bis drei Monate gebraucht werden, dann gehe es im Ardennenring weiter. "Geht alles gut, hoffen wir, im Oktober fertig zu sein." Breite Zufriedenheit im Saal, aber da gab es ja noch das letzte umstrittene Detail - genau genommen sogar neun. Ein Anwohner nach dem nächsten beschwerte sich über zu viel Grün vor seinem Haus.
"Wer mir einen Baum vors Haus stellt, muss damit rechnen, dass der am nächsten Morgen abgeholzt ist", so eine erzürnte Stimme. Mathilde Weinandy, Ennen, Thomas und Schmitz gaben sich schließlich geschlagen. "Die Bäume sind Geschichte. Es bringt nichts, sich gegen den Bürgerwunsch zu stellen, sagte Ennen.Extra: LANGER STREIT ENDET MIT GERICHTSURTEIL

Foto: Frank Auffenberg (aff), Frank Auffenberg ("TV-Upload Auffenberg"


Seit 1996 wird Alt-Dausfeld mit der Dausfelder Höhe bei der Erhebung von wiederkehrenden Beiträgen für Straßensanierungen als eine Einheit betrachtet. Wenn oben gebaut wird, muss unten mitgezahlt werden. Das wollten einige Anwohner im Tal nicht mitmachen: Weil ihre Grundstücke teils erheblich größer sind, müssen sie mehr bezahlen. Sie klagten gegen die Stadt. Und bekamen im Juni 2014 beim Verwaltungsgericht in Trier Recht. Die Stadt ging in Berufung, die vom Oberverwaltungsgericht in Koblenz abgelehnt wurde. Allerdings erkannte das Gericht keine Unrechtmäßigkeit der Beiträge, die seien rechtens, würden aber falsch berechnet. In Folge musste die Satzung geändert werden. Die Beiträge sind mit etwa 60 Cent pro Einheit deutlich niedriger als bisher.