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Dem Gaytalpark droht das Aus

Dem Gaytalpark droht das Aus

War's das für den Gaytalpark in Körperich-Obersgegen? Der Neuerburger Verbandsgemeinderat hat in nichtöffentlicher Sitzung in einem Grundsatzbeschluss Bürgermeister Norbert Schneider damit beauftragt, die Möglichkeiten und Folgen eines Austritts aus dem Zweckverband zu prüfen.

Körperich. Weit ab vom Schuss, schwierig zu erreichen, niedrige Besucherzahlen, immer wieder Zielscheibe von Kritikern: Das Umwelt-Erlebnis-Zentrum Gaytalpark in Körperich-Obersgegen (siehe Extra) machte in der Vergangenheit selten positive Schlagzeilen. Und dennoch sagt nicht nur der Körpericher Ortsbürgermeister Winfried Horn: "So, wie es zurzeit im Gaytalpark läuft, ist es vom Management her da, wo es hin soll."

Allein, es hilft vermutlich nicht: Zwar hat der seit gut drei Jahren tätige Geschäftsführer Jens Bramenkamp einiges angestoßen - so wurde 2009 sogar ein Jahresüberschuss erwirtschaftet und es konnten zuletzt neue Sponsoren gewonnen werden. Dennoch hat der Neuerburger Verbandsgemeinderat jüngst in nichtöffentlicher Sitzung in einem Grundsatzbeschluss Bürgermeister Norbert Schneider damit beauftragt, zu überprüfen, inwieweit ein Austritt aus dem Zweckverband Gaytalpark möglich ist.

Der Zweckverband ist Träger der Einrichtung, Mitglieder sind neben der VG Neuerburg der Eifelkreis Bitburg-Prüm sowie die Ortsgemeinde Körperich. VG und Kreis halten je acht Siebzehntel, die Ortsgemeinde ein Siebzehntel der Anteile.

Hintergrund für den Beschluss des Neuerburger VG-Rats sind die hohen Kosten, die mit dem Neubau an der Mettendorfer Grundschule zu schultern sind - und damit verbunden die drohende Erhöhung der VG-Umlage. Um diese zu vermeiden, hat sich der Rat entschieden, wenn möglich aus dem Zweckverband Gaytalpark auszutreten. Denn in diesen zahlt die VG jährlich 70 000 Euro an Umlage, die sie mit dem Austritt einsparen könnte.

Dieser ist allerdings gar nicht so einfach: Zwar ist ein Ausscheiden zum Jahresende theoretisch möglich, doch dafür müsste die Verbandsordnung des Zweckverbands geändert werden - mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit der 17 Stimmen in der Verbandsversammlung. Und dass der Kreis und die Ortsgemeinde dieser Änderung zustimmen, ist unwahrscheinlich - schließlich müssten sie dann die Anteile der VG Neuerburg übernehmen. Und das wiederum käme sie teuer zu stehen. "Die übrigen Mitglieder müssen sich deshalb mit der Frage befassen, ob der Gaytalpark fortbestehen soll oder eine Auflösung in Betracht kommt", sagt Gisela Mayer-Schlöder von der Kreisverwaltung. Man suche nach einer einvernehmlichen Lösung. Am kommenden Donnerstag, 13. Januar, tritt die Zweckverbandsversammlung zusammen, anschließend werden der Kreistag und der Körpericher Ortsgemeinderat über die Zukunft des Gaytalparks entscheiden müssen.

Meinung: Vielleicht nur der Anfang

Nicht nur die VG Neuerburg muss sparen, auch der Kreis und die Gemeinde Körperich müssen sich von freiwilligen Aufgaben trennen. Insofern ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Gaytalpark schon 2012 geschlossen wird. Allerdings müssten die Mitglieder auch nach Auflösung des Zweckverbands rund 400 000 Euro an Investitionskrediten sowie knapp 71 000 Euro an Landeszuweisungen zurückzahlen. Nicht zu vergessen, dass die Unterhaltung des Gebäudes und der Infrastruktur weiter Geld kosten würde. Der Neuerburger VG-Rat hätte sich also durchaus Bereiche vorknöpfen können, in denen mehr zu sparen wäre - etwa durch die Schließung des Neuerburger Freibads oder die Reduzierung der Personalkosten in der Verwaltung. Doch das wäre unpopulär, während hingegen der Gaytalpark ohnehin wenig Akzeptanz genießt. Insofern hat der Rat mit seinem Beschluss für das mögliche Aus des Gaytalparks den Weg des geringsten Widerstands gewählt. Vielleicht ist er aber auch nur der Auftakt für weitere, schmerzlichere Sparmaßnahmen. n.ebner@volksfreund.de

Extra: Das Umwelt-Erlebnis-Zentrum Gaytalpark wurde 1996 in Körperich-Obersgegen eröffnet. Nahe der luxemburgischen Grenze, direkt an der B 50 gelegen, sollte hier ein Anziehungspunkt für Touristen und gleichzeitig ein Zentrum für Umweltbildung geschaffen werden. Natur und Umwelt sollen hier spielerisch erfahren, entdeckt und erlebt werden. Im Gaytal-Haus mit seiner futuristischen Architektur und dem Einsatz regenerativer Energien in Form von Luftkollektoren, Solarzellen und einer Windkraftanlage werden unter anderem Sonder- und Wechselausstellungen rund um die Themen Mensch, Natur und Technik präsentiert. Der Natur-Erlebnispfad rund um das Gebäude macht mit Hilfe von Info-Tafeln auf die typischen Merkmale der Eifellandschaft aufmerksam.