Den Ball ins Rollen gebracht

Den Ball ins Rollen gebracht

Mit der Anerkennung als Fairtrade-Stadt will Bitburg seinen Beitrag zur Verbesserung der Einkommenssituation armer Bauern in Südamerika, Afrika und Asien leisten. Wenn alles klappt wie geplant, könnte die Stadt das Zertifikat schon bald in Empfang nehmen.

Bitburg. Die Fußball-Weltmeisterschaft ist allgegenwärtig - und deshalb auch längst im Bitburger Eine-Welt-Laden Alasitas angekommen. Das Ladenlokal in der Fußgängerzone hat ein Schaufenster komplett mit Fußballartikeln geschmückt. Auch Fußbälle aus Leder liegen dazwischen. Diejenigen, die vom Verkauf dieser Bälle profitieren, sind arme Menschen aus Pakistan, die damit ihren Lebensunterhalt sichern. Deswegen prangt auf den Bällen ein Logo, mit dem darauf hingewiesen werden soll, dass diese Bälle unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden.
Wäre die Stadt Bitburg ein Fußballverein, so würde sie möglicherweise auf diese Bälle zurückgreifen. Denn Bitburg möchte eine Fairtrade-Stadt werden und damit - wie bereits deutschlandweit rund 200 Städte - dazu beitragen, die Ausbeutung von Kleinbauern in südlichen Ländern zu bekämpfen. Fairtrade-zertifizierte Bauernkooperativen erhalten für ihre Produkte einen Mindestlohn und auch Prämien für Gemeinschaftsprojekte, die dazu beitragen, die Situation vor Ort zu verbessern. Zudem verzichten Faitrade-Betriebe auf Kinderarbeit und setzen zudem auf ökologischen und von gentechnikfreien Anbau.
Anfang Februar gab es dazu eine Infoveranstaltung im Bitburger Rathaus. Danach wurde eine Steuerungsgruppe ins Leben gerufen, die daran arbeitet, die Kriterien für eine Anerkennung als Fairtrade-Stadt zu erfüllen (siehe Extra). Wie Elfriede Grewe, Leiterin der Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg (BVB) und zudem Koordinatorin der Steuerungsgruppe, erklärt, läuft die Arbeit gut. "Wir haben bereits alles soweit zusammen", sagt sie.
Sollte alles laufen wie geplant, dann könnte die Stadt das Zertifikat als Fairtrade-Stadt schon bald in Empfang nehmen. Als Übergabetermin ist laut BVB-Chefin bereits das Wochenende des Folklorefestivals konkret ins Auge gefasst. uhe
Extra

Um das für jeweils zwei Jahre gültige Zertifikat als Fairtrade-Stadt zu erhalten, müssen fünf Kriterien erfüllt sein: 1. ein entsprechender Beschluss des Stadtrats (liegt vor); 2. die Gründung einer lokalen Steuerungsgruppe; 3. eine Stadt mit der Größe wie Bitburg muss mindestens vier Geschäfte und zwei Gastronomiebetriebe vorweisen, die jeweils mindestens zwei Fairtade-Artikel im Sortiment haben; 4. in öffentlichen Einrichtungen sollen Fairtrade-Waren verwendet und Bildungsaktivitäten zum Thema umgesetzt werden; 5. in den örtlichen Medien müssen pro Jahr mindestens vier Artikel, in denen über die Aktivitäten auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt berichtet wird, publiziert werden. uhe

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