Den Kürbis gibt es nur als Suppe

Prüm · Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Prüm lädt zu einem Musikabend ins Konvikt ein. Der Abend soll an den Reformationstag erinnern. Er beginnt am Freitag, 31. Oktober, 19 Uhr, im Konvikt.

Hallo King, ein Projekt mit zwölf Hobbymusikern und einem Ziel: Der 31. Oktober wird „Außerirdisch“. Foto: Michael Lange

Prüm. "Wenn überhaupt irgendein Erlass aller Strafen jemandem gewährt werden kann, dann ist gewiss, dass er nur den Vollkommensten, das heißt den Allerwenigsten gewährt werden kann." Tja - unter dieser Latte rutschen wir dann wohl fast alle durch, da hatte ein gewisser Martin Luther wohl recht mit seiner These. Sie ist eine von 95, die der Reformator am 31. Oktober 1517, dem Vorabend von Allerheiligen, ans Portal der Schlosskirche in Wittenberge nagelte.
Den Reformationstag begeht die evangelische Kirche jedes Jahr, in einigen Bundesländern ist er gesetzlicher Feiertag. Allerdings feiern viele mittlerweile an diesem Abend etwas anderes, die Dekorationen an vielen Orten und in etlichen Geschäften deuten bereits darauf hin: Halloween. Obwohl dieser Brauch, vermutlich keltischen Ursprungs (siehe Extra), in Deutschland keine Tradition hat.
Band Hallo King tritt auf


Die Prümer Evangelen wollen dem wieder etwas entgegensetzen: einen überkonfessionellen Musikabend am 31. Oktober. Das Motto: "Außerirdisch - nicht von dieser Welt", wie das Reich, das Jesus im Johannesevangelium verkündete. Auf dem Programm stehen Lieder, Gedanken und Gebete, dargeboten von den Musikern der Band Hallo King, mit Rocksongs und Balladen.
"Kaum jemand", teilt die Gemeinde mit, "denkt heute noch darüber nach, dass am 31. Oktober Reformationstag ist." Halloween dagegen sei "ein Fest der Geister, der Finsternis und des Grusels." Der Glaube an Jesus Christus hingegen bedeute "Freude, Hoffnung und Liebe." Halloween sei aber im Begriff, den Luther-Gedenktag immer mehr für sich einzunehmen. Aber anstatt sich zu verkleiden und "böse Geister" zu verjagen, "vertrauen die Macher von Hallo King auf die lebensrettende Botschaft von Jesus Christus. Diese Botschaft wollen die Hobbymusiker ins Licht des 31. Oktobers stellen". Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Am Ende des Abends gibt es für alle Besucher - vermutlich als ironischen Halloween-Kommentar - gratis eine Kürbissuppe. fpl
Weitere Infos über das Projekt und zum Thema unter <%LINK auto="true" href="http://www.halloking.de" class="more" text="www.halloking.de"%> und zum Veranstalter unter <%LINK auto="true" href="http://www.efg-pruem.de" class="more" text="www.efg-pruem.de"%>
Extra

Das Fest nahmen irische Auswanderer in die USA mit. Seine Ursprünge sind unklar. Plausible Hinweise gibt es aber auf das keltische Fest zum Sommer-Ende: Die Kelten glaubten, dass mit Beginn der dunklen Jahreszeit auch die Seelen Verstorbener zurückkehrten - was das heutige Gespensterspektakel erklären würde. Als die katholische Kirche im neunten Jahrhundert Allerheiligen (englisch: All Hallow\\'s Eve) auf den 1. November legte, entwickelte sich daraus die Bezeichnung Halloween. fpl