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Denkmalschutz ist ihre Leidenschaft

Denkmalschutz ist ihre Leidenschaft

TRIER/BITBURG. Die Liste ihrer Ehrungen ist bereits lang. Nun ist die Bitburger Denkmalschützerin und FDP-Politikerin Marie-Luise Niewodniczanska mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden – für ihren Einsatz zur Erhaltung der alten Bausubstanz in den Dörfern der Region.

"Frau Niewo" also: eine Persönlichkeit, bekannt in der Region, in und um Bitburg gar wie ein bunter Hund. Aber es waren vor allem die Bauern der Eifel, die sie kennen lernten. "Was will die denn?", dürfte es dem einen oder anderen damals, vor 20 Jahren, durch den Kopf gegangen sein, wenn Marie-Luise Niedwodniczanka, gebürtige Simon, zwei Kameras und Schreibblock in der Hand, auf der Bildfläche erschien und Haus und Umgebung des Betreffenden katalogisierte. Die Besitzer darauf hinwies, was für ein Kleinod der Architektur man da besitze. Das nicht abreißen dürfe. Und ausgelacht wurde. Wen interessierte schon, was an Altbauten in den Dörfern stand, wo es bequemer war, einen Neubau zu beziehen. Doch die fröhlich und aktiv wirkende Frau beharrte, organisierte Ausstellungen und Vorführungen, warb für Zuschüsse. Mit Erfolg. "Heute sind die, die früher über sie geflucht haben, ihr dankbar", ist Bitburgs Bürgermeister Joachim Streit überzeugt. Niewodniczanska sei eine der ersten gewesen, die erkannten, welchen kulturellen Wert die Eifel-Architektur besitze. Mit der zweijährigen Schnellbestandsaufnahme - "Die Ordner habe ich noch", sagt Niewodniczanska - begann die 68-Jährige ihr bis heute anhaltendes Engagement zugunsten der Denkmalpflege und Dorferneuerung. Dafür ist die Professorin nun mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande in Trier geehrt worden. Von einer "herausragenden Persönlichkeit" spricht Josef Peter Mertes, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, die den ländlichen Raum sensibilisiert habe für die Bedeutung alter Häuser. Im Büro von Mertes, wo die Auszeichnung übergeben wird, hängt ein Bild der Trierer Porta Nigra, als sie noch umgebaut als Stiftskirche verwendet wurde - typisch für den Anlass der Ehrung. Kreisbeigeordneter Klaus Juchmes dankt im Namen des Kreises Bitburg-Prüm, Streit übergibt ein Buch Bitburger Persönlichkeiten. "In der nächsten Auflage stehen Sie auch drin", scherzt der Stadtchef. Ihm gegenüber sitzt Niewodniczanskas Ehemann Tomasz, früherer Brauerei-Geschäftsführer und Historiker. Man scherzt, macht Erinnerungsfotos. Eine kuschelige Runde. Mit ihm hat die resolute Bitburgerin übrigens sieben Jahre in Warschau gelebt - zu Zeiten des Kalten Krieges. "Plattenwohnung, kein Wasser", erinnert sich Niewodniczanska. Bitburgs Bürgermeister Joachim Streit nennt sie eine "Retterin unzähliger Bauernhöfe", die andernfalls durch Abriss dem Vergessen anheim gefallen wären. Niewodniczanska runzelt die Stirn: "Retterin? Ich weiß nicht so recht, das klingt so hochtrabend." Streit insistiert: "Doch, das sind Sie."