Der 17-jährige Roman Kimmlingen aus Baustert kümmert sich um Wegekreuze

Jugend : Der junge  Mann aus Baustert und die alten Kreuze

Alten Denkmälern neues Leben einhauchen: Der 17-jährige Roman Kimmlingen aus Baustert hat mit seiner Idee den ganzen Ort begeistert.

Die Idee, jahrhundertealte Wegekreuze vorzeigbar zu machen, kam Roman Kimmlingen aus einem einfachen Grund: Die Kreuze wuchsen immer mehr zu. „Ich bin schon früher oft daran vorbeigekommen. Sie waren komplett eingewachsen und nichtssagend“, sagt der 17-jährige Bausterter. Daher kam ihm die Idee, die Denkmäler sauberzumachen.

Hinzu kam das Interesse an den Kreuzen und der jeweiligen Geschichte dahinter. Um an diese und die Hintergründe zu kommen, recherchierte er viel in der Dorfchronik von Baustert und befragte ältere Einwohner. So kam die Idee auf, den bereits existierenden Wanderweg, der etwa zehn Kilometer lang ist und von Baustert auf umliegende Hügel führt, zu einem Themenweg zu erweitern. Nachdem er den Vorschlag im Gemeinderat vorstellte, kam alles ins Rollen, „der Ortsbürgermeister war Feuer und Flamme“. Der Plan ist, Besonderheiten wie Häuser und Wegekreuze, die an der Route stehen, hervorzuheben. Zehn Häuser und elf Wegekreuze sollen die 21 Stationen auf dem Weg bilden. Der Startpunkt ist in der Dorfmitte, dort steht auch eine große Tafel mit einer Übersicht. Im Sommer sollen Info-Stelen neben allen Wegekreuzen aufgestellt werden, um die jeweiligen historischen Hintergründe zu erläutern. Die Finanzierung läuft über die Gemeinde Baustert und die Denkmalpflege.

Als vor einem Jahr die Idee aufkam, die Wegekreuze zu erneuern und hervorzuheben, begann Roman Kimmlingen damit, alle Kreuze von Grund auf zu reinigen. Dabei ist wichtig, dass nur mit Wasser und einer Bürste gearbeitet wird. „Zu 100 Prozent sauber bekommt man sie kaum“, sagt er. Den alten Sandstein darf man aber nicht zu sehr beanspruchen. Mittlerweile ist eine Spezialfirma beauftragt worden, um die Kreuze mit bestimmten bestandserhaltenden Maßnahmen zu sichern: Feuchtigkeit und Frost sind gefährlich für Sandstein.

Roman Kimmlingen aus baustert und Wegekreuze, Foto: Patricia Prechtel. Foto: TV/Patricia Prechtel

Währenddessen recherchiert der 17-Jährige, der kräftig von seinen Eltern unterstützt wird,  weiter zu den geschichtlichen Hintergründen der Kreuze. Denn Geschichte ist seine Leidenschaft. Der Schüler der elften Klasse im Gymnasium St. Matthias in Bitburg hat  Geschichte als Leistungskurs. In Baustert ist er im Geschichtlichen Arbeitskreis – und mit Abstand der Jüngste. Er kann sich auch nach seinem Abitur vorstellen, etwas im Bereich Geschichte zu machen.

Seine Begeisterung wird deutlich, wenn er über seine Recherchen und Nachforschungen erzählt. So weiß er von wahren Geschichten, aber auch Legenden zu erzählen, die hinter den Kreuzen stecken. Interessant ist zum Beispiel die Geschichte eines Kreuzes aus dem 17. Jahrhundert. Da gibt es die Sage, dass ein Mann auf dem Heimweg bei einem Moor- und Sumpfgebiet seinen im 30-jährigen Krieg gefallenen Sohn wiedersah. Aus diesem Grund stellte er das Wegekreuz auf. Wie bei diesem Exemplar waren es vor allem die Themen Dankbarkeit, Krieg und Sagen, weshalb Wegekreuze aufgestellt wurden.

Übrigens: Das älteste Kreuz, das noch als Ganzes steht, ist aus dem Jahr 1640. Bei manchen Exemplaren ist nur der  Sockel mehrere hundert Jahre alt, da die Kreuze über die Jahre zerfielen und erneuert  wurden. Ob der 17-Jährige wohl alles zu den Kreuzen herausfinden wird? Wohl kaum. Denn manche Geschichten sind heute nur schwierig oder gar nicht mehr zu recherchieren. Sie bleiben im Dunkeln.

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