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Der 250-Millionen-Dollar-Ausbau

Der 250-Millionen-Dollar-Ausbau

Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem wird gebaut, als hätte es die Finanzkrise nie gegeben: 2010 sollen fast 40 Millionen Euro in einen Kindergarten, ein Fitness- und ein Einkaufs-Zentrum investiert werden. Derzeit läuft der Ausbau einer 23 Millionen Euro teuren Klinik.

Spangdahlem. Die Air Base Spangdahlem ist in mancher Hinsicht wie eine gut geschützte Insel. Nicht nur, weil sie klar umrissen und streng bewacht als kleines Stück Amerika mitten in der Eifel liegt. Sondern auch, weil die Wogen der weltweiten Finanzkrise sie nicht zu erreichen scheinen.

Unabhängigkeit ist das Ziel



Hinter dem Zaun wird gebaut, als hätte es die vergangenen beiden Jahre gar nicht gegeben. Insgesamt 250 Millionen US-Dollar - das entspricht rund 175 Millionen Euro - investiert die US-Air-Force in die Erweiterung des Luftwaffenstützpunktes. Wenn der Ausbau fertig ist, soll die Air Base Spangdahlem an einem einzigen Standort alles bieten, was die Amerikaner in der Eifel zum Arbeiten und Leben brauchen. Zurzeit müssen viele noch zwischen Spangdahlem und der Bitburger Housing hin- und herpendeln, wo ein großer Supermarkt, ein Kindergarten und die amerikanischen Schulen liegen.

Wie die Pressestelle der Air Base mitteilt, laufen die Bauarbeiten planmäßig. Sie konzentrieren sich auf den nordwestlichen Teil des Militärgeländes, wo 2008 bereits für 58 Millionen Euro neue Wohnhäuser entstanden sind. Derzeit läuft der Innenausbau einer 23 Millionen Euro teuren Klinik für ambulante Behandlungen. Sie soll im Frühjahr fertig werden. Auch der Wirtschaftsweg, der einmal um die Erweiterung herumführt, ist ebenso im Bau wie eine Wasserleitung, die im Untergrund des geplanten Einkaufszentrums verlegt wird.

2010 geht es dann mit mehreren Großinvestitionen weiter: Eine Kindertagesstätte für rund acht Millionen Euro, ein neues Fitness-Center für 16,4 Millionen Euro und ein Einkaufszentrum für 16,7 Millionen Euro. Im Jahr 2011 sollen 5,4 Millionen in die Infrastruktur zur weiteren Erschließung des Geländes gesteckt werden. Dann ist ein paar Jahre Ruhe, ehe 2015 die größten und teuersten Baumaßnahmen beginnen: Eine neue High-School für 31,4 Millionen Euro, eine Grund- und Mittelschule für 14 Millionen und ein großer Supermarkt für 21 Millionen Euro.

In zahlreiche andere Gebäude hatten die Amerikaner bereits 2008 investiert: Einen neuen Kontrollturm haben sie sich 4,3 Millionen Euro kosten lassen. Er ist rund 17 Meter höher als der alte, von dem aus nicht alle Bereiche des Flugplatzes einzusehen waren. Auch das neue Süd-Tor hat 4,3 Millionen Euro gekostet. Neue Straßen, Hochspannungsleitungen und ein neues "Education-Center" schlugen je mit rund zwei Millionen Euro zu Buche.

Sobald alles fertig ist, wird die Bitburger Housing geschlossen. Dann bräuchten die Amerikaner, die auf der Spangdahlemer Air Base selbst wohnen, ihre "Insel" eigentlich gar nicht mehr zu verlassen. Was die meisten natürlich dennoch tun - schließlich gilt es, zu erkunden, in welchem Teil der Welt sie hier für zwei bis drei Jahre gestrandet sind.