Der "Aufbau West" zieht alle mit
Fast ein Jahr Bauzeit, rund 1,7 Millionen Euro Investitionen und eine Reihe zusätzlicher, erfreulicher Effekte: In Lützkampen sind die umfangreichen Arbeiten an der Ortsdurchfahrt nahezu abgeschlossen.
Lützkampen. Wenn die Bewohner eines Dorfs elf Monate nach Baubeginn immer noch bereit sind, den Arbeitern zwischendurch Kuchen zu spendieren, kann nicht alles schlecht gelaufen sein. Dabei darf zum Beispiel an diesem Tag niemand durch den Ort fahren: Die Arbeiter der Firma Köppen bringen die abschließende Schicht auf die Fahrbahn, die Straße ist gesperrt.
Straßenneubau führt zu neuer Aktivität im Dorf
Dennoch: "Das ist hervorragend gelaufen", sagt Ortsbürgermeister Patrick Bormann. Vor allem die Absprachen zwischen Arbeitern und Anwohnern hätten perfekt funktioniert - "ein sehr gutes Miteinander". Zumal die Bitburg-Lünebacher Firma nach zwei Monaten erzwungener Winterpause mittlerweile sogar einen Zeitvorsprung herausgeholt habe, wie Josef Arens vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein erläutert. Auch er ist deshalb zufrieden: "Wo gehobelt wird, fallen manchmal Späne. Aber uns sind keine ins Auge geflogen."
Es war immerhin ein tiefer Eingriff, der im Oktober 2007 seinen Anfang nahm: Auf mehr als 1100 Metern wurden die Landesstraßen 1 und 15 erneuert, mit Ausbau eines Gehwegs, neuer Beleuchtung, einer neuen Haltestelle. Ebenfalls neu: rund 650 Meter Kanalleitungen mit 38 Hausanschlüssen sowie 1600 Metern Rohrleitungen. Gesamtkosten: 1,76 Millionen Euro. Die Telekom verlegte neue Fernmeldeleitungen, macht jedoch keine Angaben zu den Kosten.
Für Patrick Schnieder, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, setzt sich in Lützkampen das, wie er sagt, "Face-Lifting für eine ganze Gegend" fort: "Lützkampen fertig, Leidenborn fertig und die Straße nach Großkampenberg", zählt er auf. Die Ortslage von Großkampenberg werde kommendes Jahr erneuert, außerdem stehen Dahnen und Daleiden an. "Aufbau West", sagt Ortsbürgermeister Bormann und lacht.
Auch im Dorf habe der Straßenausbau zu neuer Aktivität geführt: "Jetzt investiert jeder", sagt Patrick Bormann. "Wir könnten hier glatt einen Malerbetrieb brauchen." Er verweist auf "ein Haus nach dem anderen", die derzeit neue Anstriche oder Außenputz erhalten.
Überhaupt, die Bürger: Josef Arens lobt deren kooperatives Verhalten im Zuge der Planung. Alle hätten mitgezogen, auch beim Abtreten von Grundstücksflächen für den neuen Gehweg. "Das ist der Eifeler", sagt Arens. "In anderen Regionen ist das nicht so." Auf ein förmliches Baurechtverfahren habe deshalb verzichtet werden können.
Kurzum: gut gelaufen. "Mitte September ist die Firma hier verschwunden", sagt Josef Arens. Die Baufirma geht, Lützkampen bleibt aktiv - weitere Projekte sind bereits in Arbeit oder in Planung, darunter die Bodenordnung und die für 2009 vorgesehene Erneuerung des Dorfgemeinschaftshauses für rund 140 000 Euro.