Der Beginn einer langen Reise

Der Kreisparteitag der CDU Bitburg-Prüm hat am Donnerstagabend in Prüm Patrick Schnieder als Bundestagskandidaten und damit als Nachfolger für Peter Rauen aufgestellt. Gleichzeitig nominierten die Mitglieder Paul Glauben aus Mayen als Bewerber für den Posten des Landrats im Eifelkreis.

Bitburg-Prüm. Ein Hauch von Amerika, nur die Luftballons fehlten. Eingefleischte CDU-Anhänger bekamen Gänsehaut, als am Donnerstag um kurz vor 22 Uhr in der Prümer Karolingerhalle am Fuße des Kalvarienbergs Whitney Houstons "One moment in time" erklang und sich Paul Glauben vor der Bühne feiern ließ.

Nach einer in der Tat geschliffenen Rede von rund 45 Minuten und einem geheimen Votum, das ihm 186 von 192 Stimmen (fünf Enthaltungen und eine ungültige Stimme ergaben 99,4 Prozent) eingebracht hatte, wollte der Applaus nicht abebben. Sichtlich erleichtert nahm Glauben Glückwünsche, Umarmungen und die Küsse seiner Ehefrau Hedwig entgegen, ehe Kreisvorsitzender Michael Billen den Prümer Parteitag mit dem Absingen der Nationalhymne ausklingen ließ.

Paul Glauben hatte zuvor betont, in den vergangenen Wochen im Eifelkreis auf sehr offene und freundliche Menschen gestoßen zu sein. Am Ende habe immer die Erkenntnis gestanden, unterstützt zu werden. Er sei sich bewusst, erst am Anfang eines langen Weges zu stehen, rief Glauben den Mitgliedern zu. "Aber es ist ein Weg, den ich gerne gehe. Und ich spüre, dass Sie an meiner Seite mitgehen." Paul Glauben lobte unterdessen die positive wirtschaftliche Entwicklung im Eifelkreis, die eindeutig die Handschrift der Union trage. Es sei seinerseits "ein gutes Stück Idealismus und Überzeugung", wenn er für das Landratsamt kandidiere. Glauben: "Ich tue mir mit dieser Kandidatur nichts an, es sei denn, im positiven Sinne."

"Der Inhalt muss glaubhaft sein"



Als Schwerpunkte seiner Arbeit nannte er die Themen Ehrenamt, Förderung von Familie und Beruf, Bildung, Jugend, Senioren und Wirtschaft. Dafür stehe er ein, betonte er, und ergänzte: "Nicht die Verpackung, sondern der Inhalt muss glaubhaft sein."

Zuvor war Arzfelds Verbandsgemeinde-Bürgermeister Patrick Schnieder per Akklamation einstimmig zum Bundestagskandidaten gekürt worden. Zwar weniger emotional, dafür inhaltlich gewohnt präzise und zielführend stellte der Politiker klar, fortan für die Eifel in Berlin arbeiten zu wollen. "Ich möchte dort die Sicht unserer Dinge einbringen und für Chancengleichheit kämpfen."

Nach den Worten Schnieders müsse die Politik die Verwurzelung christlicher Werte erkennen lassen und den Dialog mit den Menschen führen. Ohne Zweifel sei es wichtig, die Staatsfinanzen zu sanieren, gleichwohl müssten die Menschen aber auch am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben.

In dem Kontext stellte der CDU-Politiker sehr deutlich fest, dass beispielsweise die jetzige Form der Pendlerpauschale die Menschen im ländlichen Raum benachteilige. Gleichzeitig sprach sich Patrick Schnieder für die "Entschärfung" der B 51 und für eine deutliche Verbesserung der Breitband-Infrastruktur aus. Schnieder: "Die Eifel hat es verdient, ernstgenommen zu werden. Deshalb stelle ich mich aus großer Überzeugung dieser Verantwortung."

Die Wahl des Landrats im Eifelkreis ist am Sonntag, 7. Juni 2009. Der nächste Deutsche Bundestag wird am Sonntag, 27. September 2009, gewählt. Für den Fall, dass Patrick Schnieder am 23. Oktober 2008 von der Wahlkreiskonferenz im Wahlkreis 203 (Eifelkreis, Vulkaneifelkreis und Teile des Altkreises Wittlich) nominiert wird, trifft er im direkten Vergleich unter anderem auf die SPD, die im November entscheidet, ob Elke Leonhard (Manderscheid), Jens Jenssen (Daun) oder Nico Steinbach (Oberweiler) ins Rennen gehen.

Die FDP wird am morgigen Sonntag in Bitburg Edmund Geisen erneut nominieren. Bei den Grünen gilt die neuerliche Bewerbung von Ulrike Höfken als sicher.

Meinung

Glaubwürdig und authentisch

Kein Zweifel: Die CDU im Eifelkreis hat am Donnerstag zwei starke Kandidaten auf die Reise geschickt. Patrick Schnieder, für den die Zeit höherer Weihen ohnehin reif war, ist der ideale Nachfolger für Peter Rauen. Mit seinen 40 Lebensjahren verkörpert der Arzfelder Rathauschef und Fraktionsvorsitzende im Kreistag die junge Generation, die sich die ersten Sporen bereits verdient hat und nun für frischen Wind sorgen soll. Paul Glauben hat indes gezeigt, dass er ein Kämpfer ist und damit bereit, den schweren Gang anzutreten. Dass es für ihn nicht einfach wird, Joachim Streit aus dem Rennen zu werfen, weiß er selbst. Deshalb muss er nun die Ochsentour gehen und sich bekannt und beliebt machen sowie Glaubwürdigkeit und Authentizität unter Beweis stellen. Am Donnerstag ist ihm dies eindrucksvoll gelungen. Ob es am Ende reicht, werden die Wähler entscheiden. Jedenfalls wird Glaubens Weg steiniger sein als der von Patrick Schnieder. Das steht fest. m.reuter@volksfreund.de