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Der Eifeler Musiker Werner Lafleur ist tot

Nachruf : Trauer um Werner Lafleur

In der Eifel herrscht Bestürzung über den Tod des Musikers und Orchesterleiters.

Wer immer in der Eifel und darüber hinaus mit volkstümlicher Musik zu tun hatte, der kannte ihn: Werner Lafleur. Der Orchesterleiter aus Üttfeld-Binscheid ist, wie jetzt bekannt wurde, bereits am vergangenen Donnerstag im Schwarzwald gestorben, wo er sich zu einer Kur aufhielt. Er wurde nur 65 Jahre alt.

„Es tut uns allen leid hier im Dorf“, sagt Ortsbürgermeister Horst Zils und spricht von Lafleur als einem Menschen, der „keiner Seele etwas zuleide tun konnte“. Zils’ Ehefrau Jutta moderierte gemeinsam mit Lafleur das jährliche Konzert des Musikvereins Üttfeld in der Woche nach Ostern: „Er war ein einzigartiger Typ“, sagt sie. Lafleur habe in jeder Situation versucht, das Positive zu sehen. Egal, was war, erinnert sich Jutta Zils, „er sagte immer: Es geht weiter.“

Der Spediteur und Vater von zwei Söhnen leitete nicht nur das Fuhrunternehmen der Familie, das er von seinen Eltern übernommen hatte. Er war vor allem Musiker durch und durch: Mehr als 20 Jahre lang dirigierte Lafleur den Musikverein Üttfeld, nachdem er dort den Taktstock von Johann Hontheim übernommen hatte.

Fast ebenso lange leitete er aber auch den Musikverein Holsthum, außerdem das Orchester in Rodershausen – und er gründete gemeinsam mit Johann Hons aus Pronsfeld die Eifeler Dorfmusikanten. Zudem spielte Lafleur viele Jahre lang die Kirchenorgel in Binscheid.

Mit seinen diversen Ensembles trat Lafleur überall in der Eifel auf – und darüber hinaus. Insgesamt acht Langspielplatten nahm er mit ihnen auf.

Zu Buche stehen aber auch zahlreiche Auftritte in Radio und Fernsehen, sagt Manfred Hontheim, der stellvertretede Dirigent des Musikvereins Üttfeld. Oft war Lafleur zudem mit seinen Blaskapellen auf Tournee „mit den ganz großen Stars der Volksmusik“, sagt Hontheim. Dazu zählten unter anderem Heino, Ernst Mosch und die Egerländer oder Marianne und Michael.

Werner Lafleur habe eine große Ausstrahlung gehabt, sagt Manfred Hontheim, „er konnte gut mit dem Publikum. Eigentlich hat die ganze Eifel sehr viel von seiner Musik profitiert“, denn Lafleur habe sie über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht.

Werner Lafleurs überraschender und viel zu früher Tod sei unsagbar traurig, sagt Manfred Hontheim. Aber der Musikverein habe sich geschworen, seine Arbeit fortzusetzen und dafür zu sorgen, „dass er weiterlebt“.

Auch an Lafleurs Beerdigung werden die Musiker spielen, um ihm das letzte Geleit zu geben. Aber sie tun das nicht allein: Aus ganz Deutschland werden am Samstag Musiker nach Üttfeld kommen, um ihrem früheren Dirigenten die letzte Ehre zu erweisen.

Das Sterbeamt für Werner Lafleur ist am Samstag, 5. Mai, es beginnt um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche von Üttfeld-Binscheid. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhof.