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Der Elefant, die Maus und der Name

Der Elefant, die Maus und der Name

BITBURG/Prüm. (dj/cus) Lange und kontrovers ist über die Umbenennung des Kreises Bitburg-Prüm diskutiert worden. Der TV hat bei den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden im zukünftigen Eifelkreis Bitburg-Prüm und den Fraktionsvorsitzenden nachgefragt, was sie von dem neuen Namen halten.

Rudolf Becker (CDU), Bürgermeister der VG Speicher: "Ich finde den neuen Namen sehr gut. Mit Eifelkreis Bitburg-Prüm wird auch für Menschen, die nicht in dieser Region leben, gleich klar, dass Bitburg und Prüm in der Eifel liegen. Das ist vor allem für den Fremdenverkehr förderlich." Jürgen Backes (CDU), Bürgermeister der VG Bitburg-Land, bringt seine Meinung zum neuen Namen für den Kreis auf den Punkt: "Kurz und bündig: Ich finde den Namen gut. Er stärkt die Identifikation mit der Eifel." Norbert Schneider (parteilos), Bürgermeister der VG Neuerburg, ist derzeit im Urlaub. Statt dessen äußert sich der Erste Beigeordnete Werner Lehnen (CDU): "Es ist gut, dass so entschieden worden ist." Einen Schönheitsfehler sieht er jedoch im Namen "Landkreis Vulkaneifel": "Diesen Kreis hätte man besser Vulkaneifelkreis Daun genannt, da er damit überregional besser einzuordnen gewesen wäre." Nicht ganz so positiv sieht Bernd Spindler , Bürgermeister der VG Kyllburg und Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag, den neuen Namen: "Die Geburtsgeschichte erinnert sehr an den Elefanten, der gekreißt hat und zum Schluss eine Maus geboren hat. An dem neuen Namen haften ein Mangel und ein Makel, da die Bevölkerung nicht beteiligt worden ist." Einen zusätzlichen touristischen Impuls sieht er durch den neuen Namen nicht. Hans-Michael Bröhl (CDU), Bürgermeister der VG Irrel, freut sich über den Namen: "Ich finde die Umbenennung sehr gut. Das ist ein wichtiges weiteres Identifikationsmerkmal für die Eifel." ALOYSIUS SÖHNGEN (CDU), Bürgermeister der VG Prüm, war gestern telefonisch nicht zu erreichen.REGINO ESCH (Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen): "Zum unpassenden Zeitpunkt durchgeboxt. Das Thema war nicht einmal in der CDU ordentlich besprochen, geschweige denn mit Bürgern und Verbänden. Der Name Eifelkreis hätte bis nach einer Gebietsreform offen bleiben müssen"MARIE-LUISE NIEWODZICZANSKA (Kreistagsfraktion FPD): "Ich glaube nicht, dass das dem Willen der Bürger entspricht. Die Eifel ist doch viel größer. Ein fürchterlicher Aufwand, überflüssige Kosten."MARZELLUS BOOS (Kreistagsfraktion FWG): "Als gute Demokraten müssen wir den Entschluss akzeptieren. Wir hoffen, dass sich die Erwartungen beim Marketing auch erfüllen. Persönlich kann ich damit leben."PATRICK SCHNIEDER (Kreistagsfraktion CDU): "Die CDU-Fraktion hat die Umbenennung initiiert. Wir sind zufrieden, dass unsere Argumente gewürdigt wurden und wir den Kreis besser vermarkten können. Die Umstellung ist unproblematisch, etwa mit Folienaufklebern für die Ortsschilder. Inhaltlich können sich alle hinter dem Namen versammeln, denn es geht nur um einen kleinen Zusatz."MICHAEL BILLEN (CDU, Erster Kreisbeigeordneter und geistiger Vater des neuen Namens): "Wir leben in einer Demokratie, die Mehrheit hat entschieden. Manchmal muss man politisch voraus denken. Das Ergebnis eröffnet Chancen für den Tourismus. Das Autokennzeichen BIT bleibt. Wir werden den Landrat bitten, unter allen Bürgern und Schülern einen Wettbewerb für ein neues Kreislogo auszuschreiben."