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Der Gegenwind hat nachgelassen

Der Gegenwind hat nachgelassen

Anrainergemeinden im Umfeld des Flugplatzes haben sich vor vier Monaten mit einer Resolution gegen eine weitere fliegerische Nutzung ausgesprochen. Inzwischen sind weitere Investoren in die Flugplatz Bitburg GmbH eingestiegen. Die Stadt hat beschlossen, ihre Anteile zu verkaufen. Die Forderungen der Resolution blieben damit weitgehend unberücksichtigt.

Bitburg. Es scheint, als wisse momentan keiner so wirklich, wie es nun weitergehen soll. Eugen Wallesch hat möglicherweise eine Idee, hält sich aber noch bedeckt. Anfang Juni hat der Mann aus Übereisenbach für 23 600 Euro Geschäftsanteile an der Flugplatz Bitburg GmbH ersteigert. Zuvor gehörten diese Anteile Frank Lamparski, der auf dem Flugplatzgelände Großes vorhatte. Nun sind die 40 Prozent im Besitz einer Unternehmergesellschaft, die ebenfalls am Flugbetrieb festhält, es jedoch im Gegensatz zu Lamparski einige Nummern kleiner will.
Wie Wallesch erklärt, habe seine Gesellschaft, der nach seiner Aussage ein halbes Dutzend Unternehmer angehören, durchaus Ideen zur Zukunft des Flugplatzes. Allerdings könne er derzeit nichts dazu sagen, da zunächst noch Gespräche zu führen seien. Einer, der sich auch gerne mal mit Wallesch unterhalten würde, ist Josef Klein. Der Ortsvorsteher in Mötsch hat sich im Frühjahr einer Resolution der VG Bitburg-Land angeschlossen, die ein Ende des Flugbetriebs verlangte.
Außerdem wurde gefordert, dass die Anteile der GmbH nicht an Private veräußert werden sollen, die das Ziel haben, den Flugbetrieb weiterzuführen. Dass es zwischenzeitlich mit der Versteigerung der Lamparski-Anteile und dem von der Stadt beschlossenen Ausstieg aus der Gesellschaft nun genau dazu gekommen ist, ärgert Klein sehr. "Wir wären froh, wenn endlich mal darüber gesprochen würde, wie es weitergehen soll", sagt der Ortsvorsteher, der allerdings nicht mit einer Initiative von politischer Seite rechnet. "Wie wollen Kreis oder Stadt ins Gespräch kommen, wenn sie gar nicht mehr beteiligt sind?"
Von Anfang an nicht beteiligt, aber dennoch gesprächsbereit ist auch die VG Bitburg-Land beziehungsweise deren Bürgermeister Josef Junk. Sollte sich eine Lösung finden, mit der die umliegenden Gemeinden leben könnten, so hätte er trotz Resolution gegen einen Flugbetrieb nicht grundsätzlich etwas einzuwenden, sagt Junk. Allerdings auch nur, wenn dies nicht öffentlich bezuschusst werde.
"Wir warten ab, was kommt", sagt Otto Kranz, Ortsbürgermeister in Scharfbillig. Auch seine Gemeinde hat die Resolution unterschrieben. Und Kranz hält an der Hauptforderung dieser Willensäußerung auch nach wie vor fest. "Wir sind gegen eine fliegerische Nutzung", sagt Kranz. Angesichts der Tatsache, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als Eigentümer von Rollfeld und Landebahn zwischenzeitlich den bisherigen Nutzungsvertrag mit der Flugplatz Bitburg GmbH gekündigt hat und es deshalb derzeit unklar ist, inwieweit dort zukünftig überhaupt noch geflogen werden darf, bleibt Kranz allerdings gelassen: "Da mache ich mir im Moment keinen Kopf."Extra

"Jeglicher Flugbetrieb soll eingestellt werden!", heißt es in der Resolution, die vor vier Monaten von der VG Bitburg-Land beim Kreis eingereicht wurde. Neben den vier Fraktionen des Verbandsgemeinderats Bitburg-Land hatten sich auch die elf Ortsbürgermeister der Gemeinden Dudeldorf, Esslingen, Gondorf, Hüttingen an der Kyll, Ingendorf, Messerich, Nattenheim, Niederstedem, Oberstedem, Röhl und Scharfbillig sowie der Ortsvorsteher aus Mötsch der Erklärung angeschlossen. Aus Sicht der Unterstützer dieser Resolution haben die Bemühungen zur Entwicklung eines zivilen Flughafens weder zur Schaffung von Arbeitsplätzen, noch zum angestrebten "Anschluss einer wirtschaftsschwachen Region an den Luftverkehr" geführt. uhe