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"Der Gelähmte" erweckt Dasburg zum Leben

"Der Gelähmte" erweckt Dasburg zum Leben

Premiere auf der Dasburg: Während die Gemeinde noch an ihrem Nutzungskonzept für die Burgruine arbeitet, ist der auch als "der Gelähmte" bekannte Rolf Weber schon einen Schritt weiter. Am Samstag, 7. September, will er dort bei einem Open-Air-Konzert sein neues Programm vorstellen.

Dasburg. Schillernde Gestalten gibt es einige in der Eifel. Rolf Weber alias "der Gelähmte" ist einer von ihnen - und sicherlich nicht der blasseste. Neben seiner Karriere als Musiker - seinen Stil bezeichnet er als "Volks-Punk" - hat er sich auch als Bankräuber und Drogendealer versucht - und ist dafür mehrfach im Gefängnis gelandet (der TV berichtete).
Jetzt hat er sich ein neues Ziel in den Kopf gesetzt. Er will auf der Dasburg ein Open-Air-Festival ins Leben rufen - und bei der Premiere am Samstag, 7. September, gleich ein zweites Baby aus der Taufe heben. Denn neben dem neuen Konzert will er auch sein neues Programm aufführen, eine "philosophische Rock-Pop-Show" unter dem Titel "Ich versteh es nicht". "Ich will die Leute in eine Parallelwelt entführen und ihnen zwei Stunden lang ihre Sorgen und Nöte nehmen", sagt Weber. Dafür habe er in den vergangenen zwei Jahren an seinem Programm gearbeitet.Auftritt mit zwei Tänzerinnen


"Ich versuche, philosophische Punkmusik zu machen. Wie das klingt, soll dem Publikum an dem Tag bewiesen werden." Nur so viel will er verraten: Es vereint viele verschiedene Musikrichtungen, von Reggae bis Punk, "nur nicht die ganz harten und nicht die ganz seichten Sachen". Auftreten wird er dabei ohne seine Band, die "kranken Schwestern", stattdessen setzt er auf zwei Tänzerinnen.

Für die Präsentation schließlich habe er eine besondere Umgebung gesucht und sie schließlich im westlichsten Dorf der Eifel, auf der Dasburg, gefunden. "Die Burg ist wirklich gut, um eine besondere Stimmung zu erzeugen", sagt Weber. "Ich wollte irgendwas Besonderes unter freiem Himmel, nicht so einen engen Schuppen." Dass er dafür ein Risiko eingeht, ist ihm klar. Open-Air-Veranstaltungen in der Eifel im September können nun einmal auch ins Wasser fallen. "Man braucht schon Mut, um so ein Event aus dem Boden zu stampfen", sagt Weber. "Aber ich habe oben angerufen, an dem Tag wird es nicht regnen."

Der Musiker hofft, dass zwischen 500 und 1000 Leute seiner Einladung folgen und das Konzert besuchen. Auch für ihn persönlich sei der Abend existenziell. "Es haben sich mehrere Fernsehsender angekündigt, die das Konzert aufzeichnen", sagt Weber. Verlaufe der Abend erfolgreich, könne er mit seinem Programm bundesweit auf Tour gehen.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr mit dem Auftritt der Vorband "The MA's unplugged", Einlass ist ab 19 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro. Darin enthalten ist ein Shuttlebus, der die Besucher vom ausgeschilderten Parkplatz zur Burg und wieder zurückbringt. Diesen Bus hat die Gemeinde organisiert. Karten gibt es im Vorverkauf bei allen Geschäftsstellen der Raiffeisenbank Westeifel sowie im Internet unter www.ticket-regional.de

... und wer sich unter "philosophischem Punk" noch nicht allzu viel vorstellen kann, dem sei dieses Filmchen ans Herz gelegt: Darin schmettert der "Der Gelähmte" seinen Evergreen "Standlicht" in der Halle 300 in Bitburg:

Extra

1964 wird Rolf Weber alias "der Gelähmte" in Speicher geboren. 1979 fliegt Weber vom Bischöflichen Konvikt in Trier und besucht die Realschule in Speicher. Ab 1980 arbeitet er als DJ in einer Speicherer Disco. 1985 überfällt Weber, wie er sagt aus "verbandsgemeindepolitischen Gründen", unmaskiert eine Bank in Spangdahlem, erbeutet rund 9000 Mark und flüchtet mit dem Taxi nach Barcelona. Bis 1988 sitzt er deswegen im Gefängnis. 1990 gründet er die Band "Der Gelähmte und die kranken Schwestern", die bis 1996 zwei CDs produziert. 1996 flüchtet Weber wegen eines Drogendelikts nach Südamerika, wo er verschiedenste Jobs ausübt. Seit August 2010 lebt er wieder in Bitburg. kah