Der "heruntergekommene" Gott

Der "heruntergekommene" Gott

In weiten Teilen der Gesellschaft hat das Weihnachtsfest einen hohen Stellenwert - religiös jedoch nahezu sinnentleert. Das Weihnachtsfest hat sogar seinen Namen verloren: Statt sich "Gesegnete Weihnachten" oder "Gesegneter Christtag" oder "Frohe Weihnachten" zu wünschen, wünscht man sich "Frohes Fest" oder "Frohe Feiertage".

Umfragen zufolge wissen immer weniger Bürger, was es mit Weihnachten auf sich hat.

Betlehem war nichts Besonderes. Ein verschlafenes Nest vor den Toren Jerusalems. Heute würden wir das als Vorstadt einer großen Metropole bezeichnen, in der die armen Schlucker wohnen.

Ob Jesus wirklich in Betlehem in Judäa geboren wurde? Niemand weiß es sicher. Für die Weihnachtsbotschaft ist der geografische Ort unerheblich. Wichtig und zentral ist die Aussage: Gottes Sohn wird nicht in einem Königspalast geboren und kommt auch nicht mit "Pauken und Trompeten" vom Himmel.

Gott wird Mensch! Gott wird Mensch, wie alle Menschen ins Leben kommen. Er wird unter Schmerzen geboren.

Gott ist in Jesus im wahrsten Sinne des Wortes "heruntergekommen". Jesus wird im Dunkeln geboren. In Jesus zeigt sich Gott als ein Gott des Kleinen, des Unvollkommenen, als ein Mensch wie du und ich.

Nehmen wir uns also ein Beispiel und nehmen die Weihnachtsbotschaft als ganz persönlichen Aufruf: Mach's wie Gott und werde Mensch! Dann kann aus der Botschaft des kleinen Kindes etwas ganz Großes werden.

Gesegnete Weihnachten!

Manfred Sohns, Dekanatsreferent im Dekanat St. Willibrord Westeifel no/dr