Verkehr: Der kleine Grenzverkehr hat Pause

Verkehr : Der kleine Grenzverkehr hat Pause

Die Brücke in Roth/Our wird saniert. Das heißt: Zwischen dem Dorf auf deutscher Seite und Bettel auf luxemburger Seite  gibt es derzeit keine direkte Verbindung. Warum Rheinland-Pfalz den größten Teil der Kosten trägt, hat einen einfachen Grund.

(utz) Der Weg von Roth an der Our ins benachbarte Großherzogtum ist kurz. Und unkompliziert. Mal schnell über die Grenzbrücke  und schwupps, ist man im luxemburgischen  Bettel (Tandel). 1340 Fahrzeuge rollen so jeden Tag über die 42 Meter lange und neun Meter breite Stahlbeton-Konstruktion, davon zwei Pozent Lastwagen.

Seit  einigen Tagen ist das anders. Denn die Verbindung über den Grenzfluss Our, die nach dem Krieg neu gebaut wurde (im September  1944 hatte die  deutsche Wehrmacht die alte Brücke auf dem Rückzug gesprengt), ist sanierungsbedürftig. Kein Wunder: Der Überbau wurde laut Angaben des Landesbetriebs  Mobilität (LBM) Gerolstein letztmals 1996 instandgesetzt. Und der LBM, der aufgrund einer Regelung beider Länder für das Bauwerk zuständig ist, hat nun auch festgestellt, dass die Brücke und die Zufahrt auf deutscher Seite  so stark beschädigt sind,  dass einige Arbeiten notwendig werden. Dabei scheint der Brückenbereich gar nicht das Hauptproblem zu sein: Denn hier  werden ausschließlich die Deckschicht des Belags erneuert sowie kleinere Schäden beseitigt. Auf der luxemburgischen Seite kommen noch die Beseitigung leichter Schäden an der Deckschicht der Straße sowie die Erneuerung des angrenzenden Gehwegs hinzu. Deckschicht-Sanierung bedeutet, dass nur die oberen rund  3,5 Zentimeter der Straße/des Brückenbelags abgefräst und erneuert werden. Kosten für  das Großherzogtum: 35 000 Euro.

Baustelle in Roth. Foto: TV/Schramm, Johannes

Teurer wird es dagegen für das Land Rheinland-Pfalz, das 215 000 Euro blechen muss. Denn auf deutscher Seite ist neben der Beseitigung der leichten Schäden an der Brücke ein Vollausbau der Straße notwendig – also wird der Straßenkörper komplett neu aufgebaut, was die Erneuerung des bituminösen Aufbaus (Asphalt) sowie des Frostschutzes beinhaltet. Den Vollausbau begründet das LBM damit, dass der Straßenaufbau „nach heutigen Standards unzureichend“ sei; daraus  resultierten auch die  Schäden des Straßenkörpers. Wenn die Arbeiter damit fertig  sind – laut LBM voraussichtlich am 30. August – kann der kleine Grenzverkehr wieder über die Stahlbeton-Konstruktion fließen. Bis dahin müssen Grenzgänger die Umleitung über Vianden nehmen. Der Umweg von 1,6 Kilometern (laut LBM zwei Minuten länger als die bisherige Strecke) ist überschaubar. Aber eine kleine Grenzbrücke ist einfach unkomplizierter. Und sie hat Charme.

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