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„Der Klimawandel Forstämter arbeiten trotz Corona-Krise weiter

Corona-Krise : Forstämter arbeiten trotz Virus weiter am Umbau des Waldes

Trotz Corona-Krise: Die Forstämter arbeiten weiter – und pflanzen unter anderem Baumarten, die besser mit den neuen Bedingungen klarkommen.

(red) „Der klimabedingte Umbau der Wälder steht und fällt mit den Menschen, die im Wald arbeiten und sich tagtäglich für ihn einsetzen“: Davon sind Martin Lotze und seine Kollegen überzeugt. Der Produktleiter für Waldinformation, Umweltbildung und Walderleben bei Landesforsten Rheinland-Pfalz sagt: „Der Klimawandel legt keine Pause ein.“

Er sei im Alltag allgegenwärtig – trotz Coronakrise. Sturm- und Käferholz oder vertrocknete Laubbäume müssten aufgearbeitet, Wege wiederhergerichtet und Pflegearbeiten in Jungwäldern vorgenommen werden.

Aktuell gelte es, die im Wald entstandenen Freiflächen so bald wie möglich zu bepflanzen, damit ein klimastabiler Mischwald entstehen kann; vor allem, wenn sich keine natürliche Ansamung junger Bäume einstelle. Doch die Früchte der Arbeit – das ist die Erfahrung aller Forstwirte – zeigen sich dabei erst nach vielen Jahren und Jahrzehnten einer aufwendigen Pflege.

Um die Wälder zielgerichtet zu entwickeln, planen die zuständigen Forstleute die Arbeiten und überwachen deren Umsetzung. „Dem Grunde nach müssen täglich Entscheidungen getroffen werden, die wie bei der Pflanzung durch die Langfristigkeit auch gewissen Risiken unterliegen. Die Kombination aus Erfahrung und aktuellem Wissen wird dann genutzt, um abgewogene, nach heutiger Erkenntnis, richtige Einzelfallentscheidungen zu treffen“, sagt Jürgen Weis, Leiter des Forstamtes Bitburg.

Maßgeblicher zum Erfolg tragen laut Weis aber jene Menschen bei, die diese Arbeiten im Wald als beschäftigte Forstwirte im Forstamt oder als Fachkräfte von Forstunternehmen verrichten.

Im Frühjahr und Herbst ist Pflanzzeit. Aus diesem Grund werden derzeit im Gebiet des Forstamtes Bitburg in allen Revieren neue Bäume gepflanzt.

Dabei setzen die Waldbesitzer laut Auskunft des Forstamts inzwischen auf klimastabilere Baumarten, wie zum Beispiel die heimischen Eichen, auf Tanne, Mehlbeere oder Elsbeere. Auf kleineren Flächen würden Baumarten gepflanzt, die aus dem eurasischen Raum stammen, als klimastabil gelten und nach den Empfehlungen der Fachleute bei der Forstlichen Forschungsanstalt in Trippstatt (FAWF) für unsere Waldstandorte geeignet sind.

„Dies sind Baumarten wie die Esskastanie, die Baumhasel oder sogar südeuropäische Tannenarten“, erläutert Martin Lotze.

Diesem erhöhten Aufwand stehen aus Sicht der Forstleute auf mehrere Jahrzehnte keine wirtschaftlichen Vorteile gegenüber. Sie brächten aber gesellschaftlich großen Nutzen. Denn stabilere Wälder speichern mehr Kohlendioxid, filtern Wasser und sichern zudem die Artenvielfalt.