Der Lärmwall am Knotenpunkt B  51/B 50 bei Bitburgs Stadtteil Stahl wird nur gebaut, wenn der Investor auch einen Radweg anlegt.

Bitburgs Bauausschuss hat entschieden : Wenn Lärmwall, dann nur mit Radweg

Der Lärmwall am Knotenpunkt B  51/B 50 bei Stahl wird nur gebaut, wenn der Investor auch einen Radweg anlegt. Dass dieser Radweg aus den Plänen verschwunden war, sorgte im Bauausschuss für Unmut.

Das könnte passen: Auf der einen Seite muss viel Erdreich weggeschaufelt werden, während auf der anderen Seite genau das gebraucht wird, um einen Lärmwall aufzutürmen. Warum also nicht beide Projekte miteinander verbinden?

Das haben sich die Besitzer des Grundstücks an der Ecke Saarstraße/Industriestraße gedacht, die dort einen Neubau für Rewe und Aldi planen – das ursprünglich angedachte Fachmarktzentrum, in dem unter anderem auch eine Schuhkette und ein Tierfachmarkt sowie eine Apotheke angesiedelt werden sollten, ist vom Tisch. Das hat Bitburgs Stadtrat ja mit einem Beschluss im Mai aus Sorge um die Geschäfte in der Innenstadt ja untersagt (der TV berichtete).

Aber auch, wenn nun von den Projektentwicklern der Beda Invest GmbH und Co KG nur noch ein Neubau für Rewe und Aldi an der Ecke Saarstraße/Industriestraße geplant wird, bleibt ein Problem: Auf dem Gelände, auf dem einst Kriegsschutt gesammelt worden sein soll und wo später ein Entsorgungsbetrieb siedelte, ist der Boden belastet. Die Idee: Das belastete Material könnte man in Teilen, die gewisse Schadstoff-Grenzwerte nicht überschreiten, für den Bau des Lärmwalls nutzen, den sich der Ortsbeirat Stahl schon lange wünscht.

Denn mit dem Bau dieses Walls wollen die Stahler einen Rad- und Fußweg entlang des Knotenpunktes der Bundesstraßen 50, 51 und 257 schaffen. Entlang der Bundesstraße gehen Tag für Tag Fußgänger, für die diese Route als kürzeste Verbindung zur Innenstadt erscheint. „Da können wir so oft Rad- und Fußwege über den Hahnenberg ausschildern wie wir wollen, die nutzen die Straße. Und das ist gefährlich“, sagt Ortsvorsteher Willi Heyen. Eben deshalb macht für ihn der Lärmwall nur Sinn, wenn am Fuße des Walls auch der Radweg angelegt wird.

Umso überraschter war Heyen – und nicht nur er –, als in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Ausführungsplan für den Wall präsentiert wurde und dabei von einem Rad- und Fußweg nichts zu finden war. „Wir haben uns mit dem Landesbetrieb Mobilität beraten, der einen Radweg an dieser Stelle nicht für notwendig hält“, sagte dazu Stefanie Krämer von der Beda Invest. Eine Antwort, die im Ausschuss aber keinen zufrieden stellte.

„Wir haben doch überhaupt keine Notwendigkeit, an dieser Stelle belastetes Erdreich in einem Wall zu entsorgen. Dafür spricht nur der Radweg als einziger Vorteil für Stahl“, sagte Heiko Jakobs (SPD). Carsten Larusch (CDU) nennt einen weiteren Vorteil des Walls: „Wenn Stahl in diesem Bereich irgendwann ein Wohngebiet ausweisen will, ist es dort deutlich ruhiger als heute.“

Dennoch: Quer durch alle Fraktionen ist man sich einig, dass der Wall nur in Verbindung mit einem Fuß- und Radweg entstehen soll. Und dieser Weg soll, so der Beschluss, auf Kosten des Investors gebaut werden.

Die Grünen stimmen gegen das Projekt. „Es gibt überhaupt keine Notwendigkeit für einen Lärmwall an dieser Stelle. Hier will einfach nur der Investor belastetes Erdreich loswerden“, sagte Alexander Jutz.

Was die Sicherheit angeht, stellte eine Vertreterin des Büros Manns Ingenieure das Prozedere vor: Vor Ort sollen Bodenproben entnommen werden. Wenig bis mäßig belastetes Material darf unter Sicherheitsvorkehrungen, die ein Versickern ins Grundwasser verhindern, eingebaut werden. Stärker belastete Böden müssen auf einer Spezialdeponie entsorgt werden.

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