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Der Lärmwall an der B51 kommt – Jeder LKW wird geprüft

Verkehr : Der Lärmwall an der B51 kommt – Jeder LKW wird geprüft

Nach der Debatte um Giftstoffe hat der Stadtrat für den Bau eines Walls gestimmt. Das Material kommt vom Grundstück eines ehemaligen Entsorgungsbetriebs.

Das hatte im Bauausschuss noch für richtig Aufruhr gesorgt: Ein Wall, aufgetürmt aus belastetem Erdreich, und darüber soll man sich freuen? Auf keinen Fall. So gut die Idee mit dem Lärmwall entlang der B 50 für den Bitburger Stadtteil Stahl auch sein mag.

„Aber es muss doch noch irgendwo anders her Boden geben“, hatte Peter Kockelmann (Liste Streit) gefordert. Was ihm und vier weiteren Mitgliedern des Ausschusses nicht passt: Das Material für den Bau des Walls sind Erdmassen, die im Vorfeld von Bauarbeiten an der Ecke Saarstraße/Industriestraße abgetragen werden müssen.

Auf diesem Grundstück wurde nach Angaben von Stephan Garçon nicht nur viel Kriegsschutt von unbestimmter Qualität entsorgt, sondern dort hat auch lange Jahre ein Entsorgungsbetrieb gesiedelt. Nun wird auf der Fläche der Neubau eines Supermarkts geplant – und dafür muss das Grundstück erstmal ebenerdig gemacht werden.

Das, was an Erdmassen anfällt, könnte, so die Idee der Investoren, dann für den Lärmwall an der B 50 bei Stahl verwendet werden – und den Bau dieses Walls würden auch die Investoren, die Beda Invest GmbH & Co KG, bezahlen. Die Stadt wäre für den Bau eines Rad- und Fußweges, ursprünglich auf der Wallkrone vorgesehen, zuständig. Und für die Unterhaltung.

Im Stadtrat fragten Vertreter von Grünen und Liste Streit erneut, ob es möglich sei, dass dabei auch eventuell belastetes Erdreich eingebaut wird. Bauamtsleiter Berthold Steffes erklärte, dass es Grenzwerte gebe, mit denen geregelt werde, welche Böden für solche Baumaßnahmen verwendet werden dürfen und welche nicht: „Die Grenzwerte sind zwingend einzuhalten“, sagte Steffes. Zudem würde der Wall abgedichtet und jeder LKW untersucht werden. Das hat die meisten Ratsmitglieder überzeugt.

Die Grünen sehen dennoch keinen Sinn darin, „mit einem solchen Bauwerk in die Natur einzugreifen“, wie Peter Berger es ausdrückte. Auf Vorschlag der Liste Streit wird der Rad- und Fußweg nun nicht länger auf der Wallkrone, sondern auf halber Höhe geplant.

Bei zwei Gegenstimmen (Liste Streit und Grüne) sowie fünf Enthaltungen (Grüne, SPD) wurde beschlossen, einen Bebauungsplan für den Bereich, wo der Lärmwall entstehen soll, aufzustellen. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahren haben Bürger wie auch Behörden und Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, sich mit Anregungen oder Bedenken zu beteiligen.