Der Mann in der Mitte

Bitburg · Seit fast 36 Jahren ist der Bitburger Helmut Garcon als ehrenamtlicher Schiedsmann tätig. Ende des Jahres übergibt der 82-jährige Streitschlichter nach 36 Jahren das Amt an seinen Nachfolger Bernd Quirin.

Helmut GarconTV-Foto:Uwe Hentschel

Bitburg. "Die ersten 20 Jahre habe ich die Schlichtungsgespräche noch bei mir zu Hause gemacht", sagt Helmut Garcon. Er sei froh, dass er dafür mittlerweile die Besprechungszimmer der Stadtverwaltung nutzen könne.
"Dort haben die Leute automatisch mehr Respekt", erklärt der 82-Jährige, der seit Dezember 1975 als einer von zwei ehrenamtlichen Schiedsmännern in Bitburg für den westlichen Teil der Stadt sowie Stahl und Masholder zuständig ist. Dass dieser Job nicht immer ganz einfach war, liegt auf der Hand. Denn die schwierige Aufgabe der Schiedsperson besteht darin, als neutraler Dritter zwischen zwei Parteien zu vermitteln.
"Was in den vergangenen Jahren vor allem zugenommen hat, sind Nachbarschaftsstreitigkeiten, bei denen es beispielsweise um Hecken und Bäume an der Grundstücksgrenze geht", sagt Garcon.
Oft seien es nur Kleinigkeiten, aus denen nicht selten ein reger Schriftverkehr zwischen den Anwälten der Nachbarn entstehe, sagt der Schiedsmann. Inall diesen Fällen schreibt das Landesschlichtungsgesetz vor, dass vor der Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens zunächst ein außergerichtlicher Schlichtungsversuch unternommen werden muss.
Für Garcon besteht das Ziel also darin, zwischen beiden Parteien einen Vergleich zu schließen, eine Art schriftlichen Vertrag, der von den Streitenden unterzeichnet werden muss und der im Falle der Nichteinhaltung wie ein richterlicher Beschluss vollstreckt werden kann. Nicht immer könnten sich die Parteien zu einem Vergleich durchringen, erklärt Garcon. Doch habe er in den meisten Fällen eine Schlichtung und damit eine außergerichtliche Einigung erreichen können.
Zudem gebe es viele Fälle, die gar nicht dokumentiert seien, wenn er beispielsweise lediglich um Rat gebeten worden sei, sagt der 82-Jährige. Seit einigen Jahren müssten allerdings auch diese Fälle sorgfältig erfasst werden.
Dass er mittlerweile so lange im Amt ist, war so nicht geplant. Es sei schwierig gewesen, einen Nachfolger zu finden, weshalb sich seine Dienstzeit immer wieder um weitere fünf Jahre verlängert habe.
Mit Bernd Quirin, der im Dezember das Amt übernimmt, hat sich nun ein neuer Schiedsmann gefunden.
"Ich hätte das Amt notfalls auch noch weitere fünf Jahre machen können", sagt Garcon. Doch 36 Jahre sind eigentlich genug. uhe