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Der Mief der frühen Jahre ist verschwunden

Der Mief der frühen Jahre ist verschwunden

Alles auf dem neuesten Stand oder traditionell urig eingerichtet: Die Jugendherbergen im Eifelkreis unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Die Gästezahlen sind weitgehend bei allen Jugendherbergen stabil. Der TV hat mit den Herbergen gesprochen.

Bitburg-Prüm. Morsche Bettgestelle, durchgelegene Matratzen, Küchendienst und Gemeinschaftsduschen: All diese Dinge beschreiben das ehemalige Image der Jugendherbergen. Ehemalig, weil auch die sonst so muffigen Herbergen längst modernisiert wurden. Während hier früher hauptsächlich Schulklassen für Unruhe sorgten, verbringen mittlerweile auch Familien und andere Reisegruppen ihren Urlaub gerne hier. Der TV hat bei den Jugendherbergen des Eifelkreises nachgefragt, was sie ihren Gästen zu bieten haben:
Die Südeifel-Jugendherberge inBollendorf liegt direkt an der luxemburgischen Grenze. In 155 Betten finden Gäste einen Schlafplatz. Alle Zimmer sind mit Dusche und WC ausgestattet. Sogenannte "Geocaching"-Touren sind laut Leiter Steffen Nork ein besonders beliebtes Freizeitangebot. Geocaching ist eine Art Schatzsuche: Eine Dose, in der ein Notizbuch ist, wird versteckt und die GPS-Daten ins Internet gestellt. Wer den Schatz findet, trägt sich in das kleine Notizbuch ein. Damit beweist er, diesen Schatz gefunden zu haben. Im Anschluss wird alles wieder für den nächsten Schatzsuchenden versteckt.
Mit diesem und anderen Freizeitangeboten schafft es die Herberge im Durchschnitt auf 23 000 Übernachtungen im Jahr. Die Zahlen sind beständig. Dieses Jahr waren es bereits rund 11 400 Übernachtungen. Eine Übernachtung mit Frühstück kostet für ein Zimmer mit vier oder mehr Betten 18,50 Euro.
Die Eifel-Jugendherberge inPrüm ist nicht nur eine Herberge, sondern Veranstaltungszentrum und Restaurant zugleich. 150 Betten hat die Herberge insgesamt. Die Übernachtungen schwanken jährlich zwischen 28 000 und 30 000. Laut Leiter Johann Reif hängen die Zahlen von den Ferienzeiten der Bundesländer ab. Als Nordrhein-Westfalen dieses Jahr Ferien bekommen hat, wohnten gleichzeitig größere Stammgruppen in der Herberge. "Da mussten wir platzbedingt leider auf ein paar Gäste verzichten", sagt Reif. Bis Ende Juli hat die Herberge dieses Jahr 7000 Gäste gezählt.
2010 waren es um diese Zeit rund 200 Gäste mehr, die das Prümer Angebot nutzten. Das Besondere an seiner Herberge sieht Reif zum einen darin, dass die Herberge erst sieben Jahre alt ist. Außerdem gibt es hier einen großen Saal, in dem bis zu 500 Personen Platz finden. Eine Übernachtung inklusive Frühstück kostet bei einer Vier- oder Mehrbettbelegung 19,90 Euro.
Die Jugendburg in Neuerburg ist eine Herberge im klassischen Sinne. Hauptsächlich Gruppen verbringen hier ihre Nächte in den rund 90 Betten. 10 000 Übernachtungen zählt die Herberge jedes Jahr. Die Zahlen sind seit 20 Jahren beständig. Dieses Jahr haben bereits 2200 Gäste die Herberge besucht. Mit den Zahlen ist Heimleiterin Elisabeth Dichter-Hallwachs sehr zufrieden. Sie glaubt,
mit dem Herbergengelände viele Gäste anzuziehen: eine alte Burg. Außerdem legen sie und ihr Mann viel Wert auf persönlichen Kontakt: Jeder Gast wird von ihnen begrüßt und verabschiedet. Bei den Kindern wird darauf geachtet, dass sie vitaminreiches Essen zu sich nehmen. "Wir verstehen uns als pädagogische Einrichtung", sagt Dichter-Hallwachs. In der Herberge kostet die Vollpension 24,50 Euro.
Ganz anders versteht sich das Youtel in Bitburg. "Wir sind ein Reiseveranstalter, der ein paar Betten hier stehen hat", sagt Leiter Ralf Olk. Insgesamt sind es 270 Betten. Jeweils zwei Zimmer teilen sich ein Bad. Die Zimmer sind in diesem Jahr schon von mehr als 6000 Gästen genutzt worden.
Im Jahr zählt das "Jugendhotel" 32 000 Übernachtungen. Die Zahlen sind beständig. "Wir sind sehr zufrieden", sagt Olk. Ein Standardzimmer mit Frühstück kostet in der Hauptsaison 20,90 Euro.