"Der Mut hat sich gelohnt"

"Der Mut hat sich gelohnt"

BADEM. Die nach dem Modell der Vorausfabrik gebaute Halle der Firma Prolog Ofen in Badem hat wie geplant den Besitzer gewechselt. Damit ist diese Sonderform der Wirtschaftsförderung erfolgreich abgeschlossen.

Lauter zufriedene Menschen sind im Büro von Heinz Schoel versammelt. Der geschäftsführende Gesellschafter der Prolog Ofen GmbH hat einiges vorzuweisen: 3,6 Millionen Euro Jahresumsatz, 20 fest angestellte Mitarbeiter, dazu rund zehn Aushilfen. Darauf sind auch die Vertreter von Verbands- und Ortsgemeinde stolz.Die Anfänge vor zehn Jahren waren dagegen bescheiden. Heinz Schoel wollte sich selbstständig machen, dachte zunächst an den Bau von Modelleisenbahnen. Doch dann gründete er im Mai 1994 mit drei weiteren Gesellschaftern Prolog und beantragte das Fördermodell Vorausfabrik. Das Land Rheinland-Pfalz gab zwei Drittel der Gesamtinvestition von 1,5 Millionen Euro als zinsloses Darlehnen an die Ortsgemeinde Badem. Die Verbandgemeinde (VG) Kyllburg nahm einen Kredit über das restliche Drittel auf und gründete eine Strukturentwicklungs-Gesellschaft (SEG). An diese SEG gab auch die Ortsgemeinde ihr Dahlehen weiter. Mit den 1,5 Millionen baute die SEG auf dem Grundstück von Prolog im Gewerbegebiet Badem am Ortsausgang Richtung Dudeldorf die Fabrik. Schon im August 1995 zog die Firma dort ein und zahlte fortan eine monatliche Miete an die SEG.Produktion, Logistik und Direktverkauf

Am Jahresende 2003 kaufte Prolog wie vereinbart das Gebäude zum Baupreis. "Wir haben ein Risiko getragen und freuen uns, dass das Unternehmen auf gesunden Füßen steht", sagt Ortsbürgermeister Reinhard Meyer. "Wir haben damals gute Voraussetzungen für den Start geschaffen. Das Vertrauen und der Mut haben sich gelohnt", ergänzt Bürgermeister und SEG-Vorsitzender Bernd Spindler.Die Schweitzer Firma Attika zeichnet für Design, Entwicklung und Vorproduktion der Kaminöfen verantwortlich. Prolog übernimmt die Endstufen-Fabrikation. Die Rohkörper werden dort zunächst mit dem Sandstrahler behandelt. "Das entfernt Kratzer und macht die Oberfläche metallisch rein, damit der Lack vernünftig haftet", erklärt Schoel. Der Lack wird ohne Grundierung aufgetragen, um ihn hitzebeständig zu machen. Nach der Endmontage folgen Einzelkontrolle, Verpackung und Lagerung. Um die Lagerfläche zu vergrößern, hat die Firma zusätzlich eine benachbarte Halle angemietet.Der Standort in Badem dient gleichzeitig als Verteilzentrum für den Attika-Vertrieb an Fachhändler in Deutschland und den Benelux-Ländern. "Hier gehen bis zu 200 Öfen pro Woche raus, die meisten davon in Badem produziert", sagt Schoel. Dritte Funktion des Standorts ist der Direktverkauf im Postleitzahlenbereich 54. Dazu dient ein Ausstellungsraum mit den verschiedenen Modellen.Schoel blickt optimistisch in die Zukunft: "2003 war unser zweiterfolgreichstes Jahr. Wir mussten sogar kämpfen, um Material zu bekommen. Wir haben das Gefühl, dass es aufwärts geht in der Wirtschaft."

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