Der Nächste, bitte!

BITBURG. Das Krankenhaus in Bitburg soll in den kommenden drei Jahren für acht Millionen Euro saniert werden. Ein Teil des Gebäudes wird dafür abgerissen und neu gebaut. Vor allem für die urologische Station soll sich durch den Umbau die derzeit angespannte Situation verbessern.

"Da können wir noch schauen, das ist schon witzig", sagt Wolfgang Walter, kaufmännischer Direktor des Bitburger Clemens-August-Krankenhauses, und öffnet eine Tür. "076 Unterzentrale" steht auf einem Schild neben der Tür, hinter der sich alte Rohre und antiquierte Schaltanlagen befinden. Von hier aus wird das Krankenhaus mit Wärme versorgt, oft mit weitaus mehr als erwünscht. "Wir können hier nichts steuern", sagt Walter, "und es gibt nur zwei Aggregatzustände: an und aus." Dann schließt er die Tür wieder. Vielleicht für ihn zum letzten Mal. Denn ab Ende April wird der Altbau des Krankenhauses bis auf die Grund- und tragenden Mauern saniert, und damit verschwindet auch Zimmer 076, dass sich im Keller befindet.Neubau kaum teurer als Sanierung

Acht Millionen Euro soll das Vorhaben kosten, 80 Prozent zahlt das Land Rheinland-Pfalz, die restlichen 1,6 Millionen übernimmt der Träger des Krankenhauses. Der südlich angrenzende Flachdach-Querbau soll dabei komplett abgerissen und neu errichtet werden, "weil ein Neubau nur 50 000 Euro teurer ist als eine Sanierung", sagt Walter. So werden das alte Schwimmbecken, die Glasbausteine und die zigtausend blau-grauen Kacheln verschwinden, wenn die Abrissbagger kommen. Mit dem darauf folgenden Neubau, der eine Etage höher werden soll als sein Vorgänger, endet auch der erste Bauabschnitt des für drei Jahre anvisierten Projekts. In zwei weiteren Bauphasen soll der übrige Altbau saniert werden. "Hier wurde seit 100 Jahren repariert und instand gehalten, doch irgendwann ist Schluss", sagt der kaufmännische Chef. "Wir haben auch in den vergangenen Jahren gar nichts mehr neu gemacht, weil wir wussten, dass der Umbau irgendwann kommt", ergänzt Pflegedirektorin Jenny Marmann und zeigt den Raum, in dem derzeit noch Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik angeboten werden. "Die Mitarbeiter sind kreativ, bemalen die Wände, aber das allein reißt es nicht mehr raus." Ein Stockwerk höher, auf der Urologie-Station, liegen die Patienten, die von dem Umbau am meisten profitieren. Derzeit steht für zwei Zimmer mit jeweils drei Betten eine Toilette zur Verfügung, der Waschbereich - oder vielmehr das Waschbecken - ist nur durch einen Vorhang vom Rest des Zimmers abgetrennt. "Gerade in der Urologie muss wegen häufiger Inkontinenzprobleme zweimal am Tag gereinigt werden", sagt die Pflegedirektorin, und der derzeitige Zustand lässt für hygienische Verbesserungen sehr viel Spielraum. Nach der Renovierung soll jedes Zimmer nur noch zwei Betten, dafür aber eine eigene Toilette und Dusche haben. Neben der Urologie werden auch die gynäkologische Station und die Innere saniert, ebenfalls erneuert wird der physiotherapeutische Bereich und die im bald abgerissenen und dann wieder aufgebauten Quertrakt untergebrachte Kurzzeitpflege.Medizinische Versorgung zwischen Lehm und Stroh

Wer im Bitburger Krankenhaus arbeitet, hat unter Umständen mehr mit Handwerkern als mit Patienten zu tun. Vor zwei Jahren wurde der Eingangsbereich erneuert, derzeit sind es die Innere Ambulanz und die Gynäkologie, und nebenan entsteht das neue Ärztehaus. Verärgert darüber, dass jetzt für die kommenden drei Jahre ein weiteres Bauprojekt anstehe, seien die Mitarbeiter jedoch nicht, sagt Jenny Marmann. "Die sind doch alle froh, dass sich endlich was verändert." "Es soll möglichst alles neu werden", sagt Direktor Walter, und dieser Wunsch ist trotz der Investitionssumme von acht Millionen Euro durchaus bodenständig. Bauarbeiter, die demnächst im Altbau Decken und Böden erneuern, werden das sicherlich bestätigen können. Denn was die Stockwerke der Physiotherapie, Urologie und Inneren trennt, ist größtenteils noch Lehm und Stroh.